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Konten-Offenlegung, Deutschland

Konten-Offenlegung (discovery of accounts)

In Deutschland ist seit dem 1. April 2003 jedes Kreditinstitut gemĂ€ss § 24c KWG verpflichtet, eine auf dem neuesten Stand gehaltene Datei mit allen im Inland gefĂŒhrten Konten und Depots (enthaltend Namen, Geburtsdatum des Inhabers und allfĂ€lliger VerfĂŒgungsberechtigter) bereitzuhalten und der Aufsichtsbehörde auf Verlangen daraus entsprechende AuskĂŒnfte zu geben. -Auch Behörden dĂŒrfen Kontendaten abfragen; ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Juli 2007 bestĂ€tigte die VerfassungsmĂ€ssigkeit der Abrufe durch Behörden. -Informationen ĂŒber Konten deutscher StaatsbĂŒrger im Ausland werden unter UmstĂ€nden durch den deutschen Geheimdienst (Bundesnachrichtendienst; Federal Intelligence Service) beschafft, wie im Februar 2007 in Bezug auf das FĂŒrstentum Lichtenstein geschehen. Siehe Address Spoofing, Authentifizierungsgebot, Bankgeheimnis, Bargeldkontrolle, Fluchtgeld, GeldwĂ€sche, Hawala, IdentitĂ€tsprĂŒfungspflicht, Kontensperre, Konto, falsches, Kundendaten- Informationspflicht, Nominee, Strohmann, Vermögensstatus, Winkelmakler, Zahlungsverkehrsverordnung. Vgl. Jahresbericht 2003 der BaFin, S. 71 f., Jahresbericht 2004 der BaFin, S. 81, S. 87 (zu § 24c KWG), Jahresbericht 2005 der BaFin, S. 186 (Anzahl und Auftraggeber von Kontenabrufen), S. 187 (seit 1. April 2005 auch Offenlegung fĂŒr Zwecke der Finanzbehörden) sowie den jeweiligen Jahresbericht der BaFin.

© UniversitÀtsprofessor Dr. Gerhard Merk, UniversitÀt Siegen