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Palladium

Palladium

1803 entdeckte William Hyde Wollaston das Palladium und benannte es nach dem kurz zuvor entdeckten Asteroiden Pallas, den man seinerseits nach der griechischen Göttin Pallas Athene benannt hatte. Das silberweiß glĂ€nzende Palladium zĂ€hlt zu den vier Edelmetallen und ist ein Metall der Platingruppe. Es besitzt eine etwas höhere HĂ€rte als Platin. Bei Raumtemperatur kann Palladium bis zum 850-fachen seines Volumens an Wasserstoff aufnehmen. Palladium ist ein sehr seltenes Element, kommt aber noch etwas hĂ€ufiger vor als Gold und Platin. Vielfach wird Palladium als "das gĂŒnstigere Platin" bezeichnet, da beide Edelmetalle einige Ähnlichkeiten bezĂŒglich ihrer chemischen Eigenschaften zeigen. Palladium fĂ€llt vor allem bei der Förderung anderer Metalle als Nebenprodukt an, so etwa in SĂŒdafrika bei der Platin-, in Russland und Kanada bei der Nickelförderung. Daher setzt sich die Gewinnung von Palladium trotz bestehenden Überangebots und niedriger Preise weiter fort. Die wichtigsten Produzenten des weltweiten Angebots von jĂ€hrlich etwa 220 Tonnen sind Russland mit einem Anteil von 46 %, SĂŒdafrika mit 36 % und die USA mit 8 %. Palladium wird vor allem in der Autoindustrie verwendet (50 %), speziell bei der Herstellung von Katalysatoren fĂŒr Fahrzeuge. WĂ€hrend in Europa die Nachfrage unter BerĂŒcksichtigung der RĂŒckgewinnung von 2003 auf 2004 um elf Prozent auf 32 Tonnen sank, da in Europa bei neuen Fahrzeugen in wachsendem Maße die Dieseltechnologie zum Einsatz kommt und die Katalysator-Technologie fĂŒr Palladium noch nicht die Marktreife erreicht hat, stieg sie in den USA um 10,5 Prozent auf 32,5 Tonnen und in Japan um acht Prozent auf 17,3 Tonnen. Mit der neuen Euro-Norm V aber mĂŒssen die Abgase, um den Gehalt an Schadstoffen weiter zu verringern, bei sehr hohen Temperaturen verbrannt werden. Da Palladium bei Temperaturen bis 950°C verwendet werden kann und Platin nur bis 650°C, dĂŒrfte die Nachfrage nach Palladium dann stark ansteigen. Palladium wird auch als Elektrodenmaterial in Brennstoffzellen eingesetzt und soll als Speichermaterial fĂŒr Wasserstoff im zukĂŒnftigen Wasserstoffauto dienen. In der Elektrotechnik werden weitere 15 %, in der Zahntechnik 14 % verarbeitet. In der Schmuckindustrie (12 %) wird Palladium zur Herstellung von Weißgold eingesetzt. Die Legierung wird vor allem in Asien gerne in Ringen und SchmuckstĂŒcken verwendet. Ein weiterer Abnehmer ist der Bereich Chemie (6 %). Die Nachfrage nach Palladium als Substitut steigt verstĂ€rkt bei Knappheit von Platin und den damit verbundenen höheren Preisen. Bis zur Jahrtausendwende verliefen die KursverlĂ€ufe von Platin und Palladium beinahe parallel. Palladium startete ein AufwĂ€rtsbewegung, nachdem ĂŒber Lieferschwierigkeiten in Russland spekuliert wurde, und konnte seinen Kurs von Mitte 1999 bis Anfang 2001 mehr als verdreifachen. Nachdem die Blase geplatzt war, verlor der Palladiumpreis wĂ€hrend der darauf folgenden Korrektur um ca. 70 %. Seitdem verlaufen die Preise von Platin und Palladium unabhĂ€ngig voneinander. Bedeutendste MĂ€rkte fĂŒr den Handel von Palladium: New York Mercantile Exchange (Bereich COMEX) London Platinum and Palladium Market (LPPM) Tokyo Commodity Exchange CFD Trading: Handeln Sie Palladium mit dem L2 Trader!