BĂRSENLEXIKON ARTIKEL
Pasion-Falle (Pasion trap)
Eine Bank nimmt Geld in Verwahrung, das ein Einleger verbotenerweise bzw. als politisch Verfolgter besitzt, die Bank bescheinigt aber gegenĂŒber den Behörden, dass dieser mittellos sei und bei ihr keine Einlagen habe. Möchte der Konteninhaber spĂ€ter auf sein Geld zugreifen, so bestreitet die Bank unter Hinweis auf die abgegebene ErklĂ€rung das Vorhandensein von Einlagen bei ihr. -Die Bezeichnung leitet sich von dem athenischen Bankier Pasion (um 380 v. Chr.) ab. Dieser unterschlug auf diese Weise das Geld des bei dem Krimkönig Satyros I. (gest. 389 v. Chr.) zeitweilig in Ungnade gefallenen Ministers Sopaios. Im damals vielbeachteten Prozess um die Herausgabe des Geldes vertrat der berĂŒhmte griechische Redner Demosthenes (384322 v. Chr.) den KlĂ€ger. Die Schwarzmeer-Region war der wichtigste Getreidelieferant fĂŒr Athen, und der Prozess war daher fĂŒr den reibungslosen Handelsaustausch von grosser Bedeutung. Siehe Address Spoofing, Aktienanalyse, Depotunterschlagung, Frontrunning, Insider-Transaktion, Kursmanipulation, Nominee, Scalping, Scheintransaktionen, Strohmann, Treuhandvertrag, Vermögensverwalter.

