BĂRSENLEXIKON ARTIKEL
Schutzgeld in alten Dokumenten auch Beschutzgeld (protection money)
Erpresstes Geld ("Pizzu") unter Androhung von Gewalt, meist durch darauf spezialisierte kriminelle Organisationen (Mafia, Cosa Nostra). Anderer Ausdruck fĂŒr das frĂŒhere Schirmgeld: im Altertum von den Römern den Völkern mit rivalisierenden Gruppen (Galliern, Juden; denn das römische Heer musste bewaffneten Konflikten der verfeindeten Parteien zuvorkommen) auferlegt; in der Neuzeit als Abgabe, von den DĂ€nen (Wikingern) auferlegt (DĂ€nengeld); im Mittelalter eine Abgabe mit dem Zweck, AnsĂ€ssige (vor allem BĂŒrger mosaischen Glaubens in StĂ€dten) vor angeblicher oder tatsĂ€chlicher Bedrohung zu schĂŒtzen (Judentribut; Jews tribute). FrĂŒhere Zahlung in Bargeld, um einen Freibrief (sicheres Geleit durch ein Gebiet) zu erlangen; Permissionsgeld. In alten Dokumenten auch fĂŒr das HĂŒtegeld im Sinne der Beitragszahlung in eine Schutzgenossenschaft gesagt. Siehe DĂ€nengeld, Geleitgeld, Hussengeld, HĂŒtegeld, Racheengel, Satisfaktionsgeld, Schirmgeld, Toleranzgeld, Umlage, Verbittsgeld.

