BÖRSENLEXIKON ARTIKEL

Schwundgeld, Forderung

Schwundgeld (srcip money)

Die Forderung, dass Zentralbankgeld (etwa: wöchentlich ein Tausendstel) an Wert verlieren solle. Jedermann wĂŒrde diesfalls danach trachten, das Geld schnell loszuwerden. -Hinter dieser (von Vertretern der "Freigeldlehre" auch heute noch eifrig vertretenen) Forderung steht der Gedanke, dass Geld zurĂŒckgehalten und damit in seiner Funktion als Zwischentauschmittel behindert werde. -Zins darf es nach dieser Lehre nicht geben. Es wird nicht erkannt, dass Kapital gleichbedeutend ist mit sachlichen Produktionsmitteln, deren Überlassung zur Nutzung (sei es in Form von Arbeitsmitteln oder von Geld zum Erwerb von solchen) den EigentĂŒmer zum Zinsbezug berechtigt, weil damit eine erhöhte ProduktivitĂ€t des Arbeitsprozesses verbunden ist. -Da das Geld bei diesem Vorschlag seiner Funktion als Wertaufbewahrungsmittel beraubt ist, mĂŒssten die Wirtschaftssubjekte Ersparnisse in WertgegenstĂ€nden anlegen. Siehe Frauengeld, Geldabschaffung, Geldfunktionen, Idle Money, Netzwerkgeld, Regionalgeld, Seignorage, Stempelgeld, Verzinsung, Zinsallokations-Funktion, Zinsverbot.

© UniversitÀtsprofessor Dr. Gerhard Merk, UniversitÀt Siegen