BĂRSENLEXIKON ARTIKEL
Tenderverfahren (tender procedure)
In Zusammenhang mit der Geldpolitik eine Massnahme, bei welcher die Zentralbank auf der Basis konkurrierender Gebote der GeschĂ€ftspartner dem Markt LiquiditĂ€t zufĂŒhrt oder vom Markt abschöpft. Die fĂŒr die Zentralbank gĂŒnstigsten Gebote kommen vorrangig zum Zuge, bis jener Gesamtbetrag an LiquiditĂ€t erreicht ist, der von der Zentralbank zugefĂŒhrt oder absorbiert werden soll. FĂŒr die EZB fĂŒhrt die Deutsche Bundesbank das Gebotsverfahren fĂŒr deutsche Institute im Offenmarkt- Tender-Operations-System (OMTOS) durch. Derzeit können um die 800 mit der Deutschen Bundesbank elektronisch vernetzte Banken in Deutschland ĂŒber OMTOS Angebote abgeben. Es ist grundsĂ€tzlich möglich, mehrere Summen zu unterschiedlichen Zinsen zu bieten. Wer den höchsten Zinssatz offeriert, der bekommt dann am meisten Geld zugeteilt. Die EZB behĂ€lt sich dabei jedoch vor, BietungshöchstbetrĂ€ge einzufĂŒhren. Siehe Bid-tocover- ratio, Geldmarkt-Operationen, Höchstbietungsbetrag, Höchstbietungssatz, Mengentender, Mindestbietungssatz, Offenmarkt-Tender-Operations-System, Tender, Zinstender, Zuteilungssatz, marginaler, Zuteilungsverfahren. Vgl. die Ergebnisse der TendergeschĂ€fte der EZB im Anhang "Statistik des Euro-WĂ€hrungsgebiets", Rubrik "MonetĂ€re Statistik" im jeweiligen Monatsbericht der EZB, Monatsbericht der EZB vom Juli 2000, S. 39 ff. (ErlĂ€uterungen).

