Aurora, Cannabis

Aurora Cannabis Aktie: 8,71-Prozent-Einbruch nach Rekord

13.06.2026 - 04:03:26 | boerse-global.de

Aurora Cannabis schließt Geschäftsjahr mit Bestwerten ab, erwartet aber für 2027 Umsatz- und Gewinnrückgänge. Die Aktie fällt deutlich.

Aurora Cannabis: Rekordjahr 2026, doch Ausblick trübt sich ein
Aurora - Ein leicht welkendes Cannabisblatt wirft einen Schatten auf einen roten Abwärtstrend-Chart auf einem Bildschirm in einem Finanzbüro. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das kanadische Cannabis-Unternehmen Aurora hat sein Geschäftsjahr 2026 mit Rekordzahlen abgeschlossen. Umsatz und operativer Gewinn erreichten neue Höchstwerte. Doch der Ausblick für 2027 liest sich grundlegend anders: Management und Markt stellen sich auf ein schwieriges Jahr ein.

Rekorde zum Abschluss

Für das am 31. März 2026 zu Ende gegangene Geschäftsjahr meldet Aurora einen Gesamtumsatz von rund 320,6 Millionen CAD. Allein der globale Medizinalcannabis-Umsatz legte um 18 Prozent auf 288,6 Millionen CAD zu. Das bereinigte EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) stieg um 32 Prozent auf 53,8 Millionen CAD.

Im vierten Quartal erzielte das Unternehmen 84,8 Millionen CAD Umsatz — ein Plus von zehn Prozent zum Vorjahreszeitraum. Medizinalcannabis bleibt mit 91 Prozent der Erlöse das Rückgrat des Geschäfts. Der operative Quartalsgewinn fiel allerdings von 14,1 auf 9,2 Millionen CAD, und unterm Strich stand ein Nettoverlust von 27,6 Millionen CAD.

Parallel dazu investierte Aurora in die Expansion. Für 26,5 Millionen CAD übernahm die Firma die Safari Flower Company. Das Ziel: zusätzliche EU-GMP-zertifizierte Produktionskapazität von rund 5.500 Quadratmetern. Schon jetzt erwirtschaftet Aurora 55 Prozent seiner Erlöse außerhalb Kanadas.

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Die Kehrseite der Medaille

Trotz der Rekordzahlen spricht das Management für das neue Geschäftsjahr von einem „Reset-Jahr". Sowohl Umsatz als auch operativer Gewinn sollen sinken. Hauptgrund ist eine Kürzung der kanadischen Erstattungssätze um 30 Prozent, die am 1. April in Kraft trat. Das belastet das Heimatgeschäft massiv.

Der Markt reagierte prompt. Nach Vorlage der Zahlen am Donnerstag brach die Aktie um 8,71 Prozent auf 4,19 CAD ein. Zum Freitagsschluss notierte sie bei 4,23 CAD — ein Minus von 1,17 Prozent innerhalb eines Tages. Auf Wochensicht summiert sich der Verlust auf zehn Prozent, seit Jahresbeginn auf knapp 29 Prozent.

Technisch steht das Papier schlecht da. Der Kurs liegt mit 4,23 CAD deutlich unter der 50-Tage-Linie (4,76 CAD) und noch deutlicher unter der 200-Tage-Linie (5,82 CAD). Der RSI von 35,4 signalisiert zudem eine angespannte Verfassung, aber noch keine klassische Überverkauft-Situation. Das 52-Wochen-Tief von 3,77 CAD erreichte Aurora bereits am Donnerstag.

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Was bleibt

Aurora verfügt über eine bilanzielle Stärke, die in dieser Phase entscheidend sein könnte. Das Unternehmen ist schuldenfrei und hält Barmittel von rund 164,7 Millionen CAD. Das verschafft Spielraum für das angekündigte „Reset-Jahr".

Ob die Ausrichtung auf den internationalen Medizinalcannabis-Markt die Einbußen in Kanada kompensieren kann, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen müssen. Der Rekord allein zählt an der Börse nicht mehr — jetzt zählt der Weg durch das Tal.

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