Broadcom Aktie: 100-Milliarden-Ziel fĂŒr KI-Chips bis 2027
07.07.2026 - 00:26:33 | boerse-global.de
Broadcom bekommt RĂŒckendeckung von zwei Seiten gleichzeitig. JPMorgan stuft die Aktie als "Strong Buy" ein und verweist auf einen prallen Auftragsbestand bei KI-Chips. Zeitgleich verlĂ€ngert Apple seinen Liefervertrag mit Broadcom bis 2031 â ein Signal, das Zweifel an der Kundenbeziehung ausrĂ€umen dĂŒrfte.
Die Aktie legte am Montag um 0,94 Prozent zu und schloss bei 329,00 Euro, nach 325,95 Euro am Freitag. Auf Wochensicht steht ein Plus von 0,97 Prozent, seit Jahresbeginn sind es 10,91 Prozent. Ăber zwölf Monate hat sich der Kurs um 40,57 Prozent verteuert.
Hyperscaler treiben die KI-Ziele an
JPMorgan-Analysten rechnen fĂŒr 2026 mit weltweiten Investitionsausgaben der groĂen Cloud-Anbieter von ĂŒber 650 Milliarden Dollar. Von diesem Ausbau profitiert Broadcom direkt â ĂŒber sein GeschĂ€ft mit kundenspezifischen ASIC-Chips und Netzwerktechnik.
Die Zahlen aus dem zweiten GeschĂ€ftsquartal untermauern das: Der Umsatz mit KI-Halbleitern kletterte auf 10,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 143 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. FĂŒr das dritte Quartal erwartet Broadcom bereits rund 16 Milliarden Dollar aus dem KI-GeschĂ€ft. CEO Hock Tan hat zudem ein langfristiges Ziel ausgegeben: 100 Milliarden Dollar Umsatz mit KI-Chips bis 2027.
Apple bindet sich langfristig
Der zweite groĂe Baustein kommt von Apple. Laut einer SEC-Meldung vom 6. Juli 2026 verlĂ€ngert der iPhone-Konzern seinen Vertrag mit Broadcom ĂŒber kundenspezifische ASIC-Chips und drahtlose Komponenten â darunter RF-, WLAN- und Bluetooth-Technik â bis ins Jahr 2031.
Das ist keine NebensĂ€chlichkeit. Apple steht fĂŒr etwa 20 Prozent von Broadcoms Gesamtumsatz. Die VerlĂ€ngerung entkrĂ€ftet damit Sorgen, der iPhone-Hersteller könnte zunehmend auf eigene Chip-Entwicklung setzen und Broadcom als Zulieferer verlieren.
Der Deal reicht ĂŒber reine Komponenten hinaus. Beide Unternehmen arbeiten am Projekt "Baltra" â einem KI-Server-Chip, der ab 2027 Broadcom-Technologie integrieren soll. FĂŒr Investoren bedeutet das: Die Apple-Beziehung ist nicht nur gesichert, sie wĂ€chst in ein neues GeschĂ€ftsfeld hinein.
Bewertung zeigt gemischtes Bild
Trotz der positiven Nachrichten notiert Broadcom weiterhin 23,42 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 429,60 Euro, erreicht am 3. Juni 2026. Zum 52-Wochen-Tief bei 231,80 Euro vom Juli 2025 betrÀgt der Abstand dagegen 41,93 Prozent.
Auf kĂŒrzere Sicht bremst der Kurs etwas: Der 30-Tage-Wert liegt bei minus 2,30 Prozent, und die Aktie notiert 6,39 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 351,44 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 311,54 Euro besteht dagegen ein Polster von 5,61 Prozent. Der RSI von 45,9 signalisiert weder Ăberkauft- noch Ăberverkauft-Zustand â ein neutrales technisches Bild.
Die annualisierte 30-Tage-VolatilitĂ€t von 63,11 Prozent zeigt: Bewegung ist hier programmiert, in beide Richtungen. Der nĂ€chste Quartalsbericht wird zeigen, ob sich die avisierten 16 Milliarden Dollar KI-Umsatz tatsĂ€chlich einstellen â und ob Hock Tans Ziel von 100 Milliarden Dollar bis 2027 realistisch bleibt.
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