CSG Aktie: Mehr als 20 Prozent an Alzchem
05.06.2026 - 17:53:30 | boerse-global.de
AuftrĂ€ge von NATO-Partnern, eine aufgestockte Beteiligung an Alzchem, ein Rekord-Orderbuch â und doch fĂ€llt die Aktie der Czechoslovak Group weiter. Am Freitag verlor das Papier 2,55 Prozent auf 15,26 Euro. In den letzten sieben Tagen summiert sich das Minus auf 15,5 Prozent.
Was lĂ€uft schief bei dem RĂŒstungs- und Industriekonzern?
Zwei dicke AuftrÀge, eine neue Firma
Am 3. Juni sicherte sich CSG zwei GroĂauftrĂ€ge von europĂ€ischen NATO-Mitgliedern. Es geht um ZĂŒnder fĂŒr groĂkalibrige Munition â mechanische und elektronische. Das Volumen liegt im hohen zweistelligen Millionenbereich. Die Lieferungen starten noch dieses Jahr.
Um die AuftrĂ€ge zu stemmen, grĂŒndet CSG eine neue Gesellschaft in der Slowakei: Fuchs Electronics Europe. Partner ist der sĂŒdafrikanische Mischkonzern Reunert. Ziel ist es, die europĂ€ische Fertigung fĂŒr strategisch wichtige Artilleriekomponenten auszubauen. Vorstand Jan Marinov spricht von einem âwichtigen Schrittâ fĂŒr die gesamte Lieferkette.
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Parallel stockte CSG seinen Anteil am deutschen Spezialchemie-Hersteller Alzchem auf ĂŒber 20 Prozent auf. Die Tochter Staluna Trade hĂ€lt knapp zehn Prozent direkt, weitere gut zehn Prozent ĂŒber Finanzinstrumente. Der Schritt zeigt: CSG diversifiziert â weg von reiner RĂŒstung, hin zu Industriechemie.
Anleger bleiben skeptisch
Die Aktie notiert trotzdem weit unter ihrem Ausgabepreis von 25 Euro vom Januar â und ganze 57,7 Prozent unter dem Rekordhoch von 36,05 Euro kurz nach dem Börsengang. Der RSI von 32,8 Punkten signalisiert Zwischenverkauft-Niveau.
Belastend wirken Berichte von Rechercheplattformen wie Follow the Money, die Fragen zur Transparenz von RahmenvertrĂ€gen mit dem slowakischen Verteidigungsministerium aufwarfen. Zudem war eine spanische Tochter vorĂŒbergehend von NATO-Beschaffungsprozessen ausgeschlossen â angeblich wegen UnregelmĂ€Ăigkeiten. CSG betont, alle Auflagen zu erfĂŒllen.
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Operativ lĂ€uft das GeschĂ€ft. Im ersten Quartal stieg der Umsatz auf 1,54 Milliarden Euro, ein Plus von knapp 14 Prozent. Das operative Ergebnis erreichte 372 Millionen Euro. Der Auftragsbestand liegt bei 17 Milliarden Euro, getrieben von Landsystemen und GroĂkaliber-Munition.
Die Frage bleibt, ob die KursschwĂ€che nur eine vorĂŒbergehende Vertrauenskrise ist â oder ob die Altlasten den Konzern lĂ€nger belasten. Der nĂ€chste Quartalsbericht im August wird zeigen, ob die AuftrĂ€ge auch in Gewinnwachstum mĂŒnden.
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