CSG, Aktie

CSG Aktie: Neues 52-Wochen-Tief bei 12,26 Euro

26.06.2026 - 01:07:18 | boerse-global.de

Trotz Ernennung eines US-Präsidenten und neuem Büro fällt die CSG-Aktie weiter und nähert sich dem Jahrestief.

CSG Aktie: US-Expansion mit neuem Manager und Büro in Washington
CSG - Eine düstere, abstrakte Finanzszene mit verschwommenen, kühl getönten Industrieelementen, die einen Marktabschwung und Unsicherheit signalisiert. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Führungskraft, neues Büro in Washington — und die Aktie fällt trotzdem weiter. Das Czechoslovak Group-Papier verliert am Donnerstag rund 4,5 Prozent auf 12,33 Euro. Der Kurs nähert sich damit dem 52-Wochen-Tief von 12,26 Euro, das erst gestern markiert wurde.

Jacobs soll den US-Markt strukturieren

CSG hat David Jacobs zum President of CSG Defense North America ernannt. Er leitet das neue Büro in Washington, D.C. und berichtet direkt an Mehrheitseigner und Chairman Michal Strnad. Seine Aufgaben umfassen die strategische Ausrichtung des Nordamerika-Geschäfts, M&A-Aktivitäten in der Region sowie den Aufbau von Beziehungen zur US-Rüstungsindustrie und Regierungsstellen.

Jacobs bringt ein klares Profil mit. Er verbrachte mehr als 15 Jahre bei Northrop Grumman und Raytheon, zuletzt als Vice President Corporate Strategy and M&A bei Northrop Grumman. Zuvor war er im Investmentbanking bei Merrill Lynch tätig und hat nach Unternehmensangaben mehr als 60 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von über 200 Milliarden Dollar abgeschlossen.

Großauftrag in Iowa als Anker

Die Ernennung ist kein Neustart, sondern baut auf bestehenden US-Aktivitäten auf. CSG führt derzeit einen 635-Millionen-Dollar-Vertrag für die US Army aus: Design, Bau und Inbetriebnahme einer 155-mm-Artilleriemunitionsanlage am Iowa Army Ammunition Plant. Der Spatenstich ist für diesen Sommer geplant. Jacobs soll eng mit CSGs Rüstungssparten in Prag sowie den US-Töchtern MSM North America und CSE USA zusammenarbeiten.

Im ersten Quartal 2026 erzielte CSG in den USA einen Umsatz von 244 Millionen Euro — 16 Prozent des Gesamtumsatzes. Europa ohne Ukraine blieb mit 750 Millionen Euro die mit Abstand größte Region.

Starke Kernsparte, schwaches Ammo+-Geschäft

Die Fundamentaldaten liefern ein gemischtes Bild. CSG Defence Systems steigerte den Umsatz im ersten Quartal auf 1,251 Milliarden Euro — ein Plus von 26,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative EBIT lag bei 356 Millionen Euro.

Anders sieht es im Segment Ammo+ aus. Dort brach der Umsatz um 20,5 Prozent auf 291 Millionen Euro ein. Das operative EBIT fiel um 68,5 Prozent auf 13 Millionen Euro. CSG nannte schwierige Bedingungen im US-Handelskanal als Ursache, verwies aber auf eine Erholung gegen Ende des Quartals.

Kein Wunder, dass der Markt skeptisch bleibt. Über 30 Tage hat die Aktie fast 35 Prozent verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 36,05 Euro, erreicht Ende Januar, trennen den Kurs inzwischen knapp 66 Prozent. Der RSI liegt bei 25,6 — technisch tief im überverkauften Bereich.

Der nächste Gradmesser für Investoren wird die Baustellenmeldung aus Iowa sein. Liefert CSG den Spatenstich wie angekündigt im Sommer und zeigt das Ammo+-Segment im zweiten Quartal eine spürbare Erholung, bekommt die Washington-Strategie erstmals handfeste Zahlen als Rückhalt.

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