BeschÀftigung ist im April unerwartet deutlich gestiegen
08.05.2026 - 15:43:13 | dpa.deDie BeschĂ€ftigtenzahl legte deutlicher als erwartet zu. Der Anstieg der Stundenlöhne blieb hingegen etwas hinter den Prognosen zurĂŒck, wĂ€hrend die Arbeitslosenquote auf einem niedrigen Niveau verharrte.
AuĂerhalb der Landwirtschaft legte die BeschĂ€ftigtenzahl um 115.000 zu, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit 65.000 neuen Stellen gerechnet. Der BeschĂ€ftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde allerdings um insgesamt 16.000 Stellen nach unten revidiert.
"Jobs wurden einmal mehr vor allem im Dienstleistungssektor geschaffen, und zwar vor allem da, wo der Mensch gefordert ist", schreibt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Der Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz ersetzt hingegen in anderen Dienstleistungsbereichen den Menschen, was sich in einem Jobabbau niederschlĂ€gt." In der Informationstechnologie sei die BeschĂ€ftigung um 11 Prozent gesunken. "Dies zeigt wie einschneidend die KĂŒnstliche Intelligenz auf dem Arbeitsmarkt bereits ist", schreibt Gitzel.
Die Arbeitslosenquote verharrte auf 4,3 Prozent. Volkswirte hatten dies im Schnitt erwartet. Die Löhne stiegen etwas schwĂ€cher als erwartet. GegenĂŒber dem Vormonat legten sie um 0,2 Prozent zu. Volkswirte hatten im Schnitt einen Anstieg von 0,3 Prozent erwartet. Im Vormonat hatte das Lohnplus ebenfalls bei 0,2 Prozent gelegen. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne im April um 3,6 Prozent. Hier war ein Plus von 3,8 Prozent erwartet worden.
Der Arbeitsmarkt ist neben der Inflationsentwicklung entscheidend fĂŒr die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Commerzbank-Experte Christoph Balz erwartet nach dem Bericht keine baldige Leitzinssenkung. Die Mitglieder der Fed dĂŒrften sich in ihrer mehrheitlich gehaltenen EinschĂ€tzung bestĂ€tigt sehen, dass der Arbeitsmarkt im Moment das geringere Problem ist. "Dagegen verfehlt die Fed ihr Inflationsziel seit fĂŒnf Jahren, und die steigenden Energiepreise sorgen aktuell fĂŒr einen weiteren Teuerungsschub", schreibt Balz. "Es ist daher erst gegen Jahresende mit einer Zinssenkung zu rechnen, auch wenn sie von PrĂ€sident Trump immer wieder gefordert wird."
Die Reaktionen an den FinanzmÀrkten hielten sich in Grenzen. Der Euro weitete anfÀngliche Gewinne aus und stieg auf ein Tageshoch von 1,1777 US-Dollar. Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben etwas nach. An den europÀischen AktienmÀrkten spielten die Zahlen kaum eine Rolle.
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