20 Prozent Rentenbeitrag im Jahr 2029 vorhergesagt
01.06.2026 - 12:59:55 | dpa.deDas wÀren 1,3 Prozentpunkte mehr als 18,6 Prozent wie heute und 0,1 Prozentpunkte mehr als bisher geschÀtzt.
Bei den Zahlen dieser FrĂŒhjahrsfinanzschĂ€tzung 2026, die die Rentenversicherung im Internet veröffentlicht hatte, handele es sich um "Prognosen unter BerĂŒcksichtigung der aktuellen Rechtslage", wie ein Sprecher erlĂ€uterte. Die tatsĂ€chliche Entwicklung hĂ€nge unter anderem von der geplanten Rentenreform der Koalition und der tatsĂ€chlichen Wirtschaftsentwicklung ab.
Mehr als 5.300 Euro pro Jahr fĂŒr die Rente
Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, wĂŒrde bei einem Eintreten der Prognose bei einem mittleren Bruttogehalt von 4.500 Euro die jĂ€hrliche Belastung um 351 Euro wachsen. Mehr als 5.300 Euro flössen dann pro Jahr als Arbeitnehmerbeitrag an die Rentenkasse. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich den Rentenbeitrag je zur HĂ€lfte.
Bis 2027 soll der Beitragssatz laut der FinanzschĂ€tzung bei 18,6 Prozent stabil bleiben, 2029 wie bereits angenommen bei 20 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens liegen und in den Folgejahren weiter steigen. FĂŒr die Rentenversicherung komme der prognostizierte Anstieg des Beitragssatzes "nicht unerwartet", sagte der Sprecher.
"Erste Erhöhung seit 2007"
Die Rentenversicherung wies darauf hin, dass der aktuelle Beitragssatz seit 2018 durchgehend stabil sei und in den Jahren zuvor bereits deutlich höher als heute gelegen habe. "Bei dem fĂŒr 2028 erwarteten Anstieg handelt es sich um die erste Erhöhung seit 2007."
Mit der SchĂ€tzung schreiben die Fachleute bisherige Vorausberechnungen mit den neuen Entwicklungen aus der FrĂŒhjahrsprojektion der Regierung fĂŒr die Wirtschaft fort. Im April hatte die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose halbiert. Erwartet wird in diesem Jahr noch ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent, vor allem wegen der massiven Auswirkungen des Iran-Kriegs.
Ausgaben steigen auf 421 Milliarden Euro
Schon seit langem ist bekannt, dass die Rentenausgaben mit dem Ăbertritt geburtenstarker JahrgĂ€nge in die Rente kĂŒnftig hinter den Einnahmen zurĂŒckzufallen drohen. Die Bundesregierung will deshalb auf Basis von VorschlĂ€gen einer Rentenkommission noch bis zum Sommer eine groĂe Rentenreform auf den Weg bringen.
Im vergangenen Jahr stiegen die Gesamteinnahmen der Rentenversicherung laut der FrĂŒhjahrsschĂ€tzung um 5,3 Prozent auf 417,4 Milliarden, die Ausgaben um 6 Prozent auf 421,3 Milliarden Euro.
SozialbeitrÀge drohen breit zu steigen
Vergangene Woche hatten die sogenannten Wirtschaftsweisen vor ungebremst steigenden SozialbeitrĂ€gen auf fast 50 Prozent gewarnt. Bis 2040 wĂŒrden wegen der fortschreitenden demografischen Alterung die SĂ€tze in allen Sozialversicherungen steigen. Reformen seien dringend nötig. Die geplante Rentenreform soll Teil eines gröĂeren Reformpaktes werden, das die Koalition bis zur Sommerpause schnĂŒren will.
