Ălpreise steigen krĂ€ftig - Lieferströme lĂ€ngerfristig gestört
21.05.2026 - 16:15:42 | dpa.deNachdem die Notierungen im frĂŒhen Handel nur leicht zulegten, bauten sie die Verluste bis zum Nachmittag deutlich aus. Am Markt wurden Hoffnungen auf eine Einigung zum Ende des Iran-Kriegs wieder gedĂ€mpft.
Der Preis fĂŒr ein Barrel (159 Liter) der globalen Referenzsorte Brent zur Lieferung im Juli legte um drei Prozent auf 108,80 US-Dollar zu. Marktbeobachter verwiesen auf Meldungen, dass der Iran angereichertes Uran von nahezu waffenfĂ€higer QualitĂ€t im eigenen Land behalten will - ein zentraler Streitpunkt in den Friedensverhandlungen mit den USA.
Zur Wochenmitte war die Notierung fĂŒr Rohöl aus der Nordsee noch zeitweise um etwa sieben Dollar je Barrel nach Aussagen von US-PrĂ€sident Donald Trump gefallen. Laut einem Bericht hatte Trump gesagt, dass die Verhandlungen mit dem Iran in einer "finalen Phase" seien. Zuvor war ein Angriff auf den Iran vorerst verschoben worden - mit der BegrĂŒndung, dass es ernsthafte Verhandlungen gebe.
Im Verlauf der Woche hatten mehrfach Meldungen ĂŒber BemĂŒhungen fĂŒr ein Ende des Iran-Kriegs die Ălpreise bewegt. Derzeit ist Rohöl der Sorte Brent mehr als 40 Prozent teurer als vor dem Iran-Krieg, der Ende Februar begonnen hatte.
Obwohl ein Ende des Iran-Kriegs die Ălpreise nach unten drĂŒcken werde, dĂŒrften die Folgen des Kriegs noch fĂŒr lĂ€ngere Zeit Auswirkungen am Ălmarkt haben, warnte Joe DeLaura, globaler Energiestratege bei der Rabobank. Seiner EinschĂ€tzung nach dauert es bis zu 55 Tage, um Ăl vom Persischen Golf an seinen Bestimmungsort zu transportieren. In dieser Zeit könnten die LagerbestĂ€nde von Industriestaaten auch nach einem Ende des Iran-Kriegs weiterhin abgebaut werden.
Selbst wenn der Konflikt mit dem Iran unverzĂŒglich enden wĂŒrde, wĂŒrden sich die Ăllieferströme aus dem Nahen Osten erst weit bis ins Jahr 2027 hinein vollstĂ€ndig erholen, prognostizierte Sultan Ahmed Al Jaber, Chef der staatlichen Ălgesellschaft der VAE. Die Sperrung der StraĂe von Hormus sei die schwerwiegendste Versorgungsstörung, die jemals verzeichnet worden sei, so Al Jaber.
