Produkte, Zwangsarbeit

Produkte aus Zwangsarbeit: USA planen neue Zölle

03.06.2026 - 08:22:13 | dpa.de

Die USA haben 60 Volkswirtschaften neue Zölle angedroht, weil diese Importe von Produkten aus mutmaßlicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genĂŒgend ĂŒberprĂŒften.

Das teilte das BĂŒro des US-Handelsbeauftragten, das Office of The U.S. Trade Representative, am spĂ€ten Dienstagabend (Ortszeit) mit.

Demnach mĂŒssen etwa die EuropĂ€ische Union (EU), Großbritannien und die Schweiz, aber auch Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie Kanada und China mit zusĂ€tzlichen Zöllen zwischen 10 und 12,5 Prozent rechnen. "Es ist inakzeptabel, dass unsere wichtigsten Handelspartner nichts gegen die Einfuhr von Waren unternehmen, die unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellt wurden. Dies fĂŒhrt dazu, dass US-amerikanische Arbeitnehmer gezwungen sind, weltweit unter ungleichen Wettbewerbsbedingungen zu konkurrieren", sagte der Handelsbeauftragte Jamieson Greer laut der Mitteilung. "Wir werden diese Ungleichheit nicht lĂ€nger hinnehmen."

Anhörungsfrist bis Anfang Juli, bevor neue Zölle fÀllig werden

Der US-Handelsbeauftragte stĂŒtzt sich dabei auf eine Untersuchung, die am 12. MĂ€rz begann, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Demnach stand sie im Zusammenhang mit dem "VersĂ€umnis verschiedener Volkswirtschaften, ein Einfuhrverbot fĂŒr Waren, die unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellt wurden, zu erlassen und wirksam durchzusetzen." Die Zölle sollen demnach aber nicht sofort in Kraft treten. Stattdessen können zunĂ€chst EinwĂ€nde bis zum 6. Juli geltend gemacht werden, am 7. Juli soll dann eine Anhörung stattfinden.

Im juristischen Tauziehen um seine umstrittene Zollpolitik hatte US-PrĂ€sident Donald Trump Mitte Mai einen Etappensieg errungen. Ein Berufungsgericht setzte die Entscheidung einer unteren Instanz vorlĂ€ufig aus, das Trumps temporĂ€re Zölle auf Einfuhren aus der ganzen Welt als rechtswidrig eingestuft hatte. Importeure mĂŒssen nun zunĂ€chst weiter die Abgaben in Höhe von 10 Prozent zahlen.

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