Deutschland: Anteil von WĂ€rmepumpen in Neubauten verdoppelt sich
10.06.2026 - 08:44:14 | dpa.deKnapp drei Viertel (73,6 Prozent) der rund 58.900 WohngebĂ€ude, die 2025 fertiggestellt wurden, nutzen hauptsĂ€chlich WĂ€rmepumpen fĂŒr Heizenergie, teilte das Statistische Bundesamt mit.
Binnen zehn Jahren hat sich der Anteil damit mehr als verdoppelt: 2015 waren WÀrmepumpen erst in gut 31 Prozent der 105.600 errichteten WohngebÀude die dominierende Heiztechnik. WÀrmepumpen nutzen zum Heizen Geo- und Umweltthermie, die zu den erneuerbaren Energiequellen zÀhlen.
Erneuerbare Energien in vier von fĂŒnf neuen WohngebĂ€uden
WĂ€rmepumpen kommen vor allem in Ein- und ZweifamilienhĂ€usern zum Einsatz, schreiben die Statistiker, weniger in GebĂ€uden mit vielen Wohnungen. In rund 78 Prozent aller 2025 fertiggestellten Ein- und ZweifamilienhĂ€user wurde hauptsĂ€chlich eine WĂ€rmepumpe fĂŒr Heizenergie genutzt.
Inzwischen werden demnach knapp vier von fĂŒnf neu gebauten WohngebĂ€uden (78,2 Prozent) ĂŒberwiegend mit erneuerbarer Energie beheizt. 2015 waren es erst 38 Prozent. Dazu zĂ€hlen neben Erd- oder LuftwĂ€rmepumpen auch Holz, etwa in Pelletheizungen oder Kaminöfen, Solarthermie, Biogas und Biomethan.
Gas bei neuen WohngebĂ€uden auf dem RĂŒckzug, Ăl die Ausnahme
Erdgas wurde in neuen WohngebĂ€uden 2025 nur noch in gut 10 Prozent als Hauptenergiequelle eingesetzt. Zehn Jahre zuvor lag der Anteil noch bei ĂŒber 50 Prozent. FernwĂ€rme folgt als drittwichtigste Quelle mit einem Anteil von gut acht Prozent im vergangenen Jahr. Ălheizungen wurden nur noch in einem Bruchteil der Neubauten eingebaut (0,3 Prozent).
Im Bestand dominieren Ăl und Gas
Ganz anders sieht es im Bestand aus: Hier dominiert Erdgas als primÀrer EnergietrÀger: Mehr als die HÀlfte (53,9 Prozent) der WohngebÀude werden damit beheizt, schreibt das Statistische Bundesamt auf Basis des Zensus 2022. Bei rund einem Viertel (24,7 Prozent) kam zudem Heizöl zum Einsatz. Erneuerbare Energien spielten im Bestand mit einem Anteil von gut zehn Prozent eine untergeordnete Rolle.
Der GebÀudesektor ist zentral, um das Ziel der KlimaneutralitÀt in Deutschland bis 2045 zu erreichen, er verursacht rund ein Drittel der CO2-Emissionen. Doch das energetische Sanieren des Bestands kommt nur langsam voran.
Die frĂŒhere Ampel-Regierung wollte mit dem Heizungsgesetz mittelfristig die Abkehr von Heizungen mit fossilen Brennstoffen durchsetzen. Die amtierende Bundesregierung hat das Gesetz reformiert und die Vorgabe gestrichen, dass bei neuen Heizungen in der Regel mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie eingesetzt werden mĂŒssen.
