Kaffeepreis, SĂ€cke

Kaffeepreis: 402.709 SĂ€cke stĂŒtzen Preise

12.06.2026 - 21:47:43 | boerse-global.de

Knappe Arabica- und Robusta-VorrÀte treiben die Kaffeepreise trotz erwarteter Rekordernte in Brasilien kurzfristig an.

Kaffee-Preis steigt: LagerbestÀnde auf Mehrjahrestiefs
Kaffeepreis - Ein großer, ordentlich gestapelter Haufen JutesĂ€cke gefĂŒllt mit Kaffeebohnen in einem rustikalen Lagerhaus. 12.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Arabica-Kaffee kostet derzeit 252,65 US-Cent pro Pfund — seit Jahresbeginn hat die Sorte fast 30 Prozent verloren. In den vergangenen sieben Tagen jedoch zog der Preis um rund 2,5 Prozent an. Der Grund: Knappe LagerbestĂ€nde und neue Zollrisiken setzen den Markt unter Druck.

LagerbestÀnde auf Mehrjahrestiefs

Die Zahlen der Intercontinental Exchange sprechen eine klare Sprache. Arabica-BestĂ€nde sanken bis zum 10. Juni auf 402.709 SĂ€cke — das niedrigste Niveau seit 6,5 Monaten. Robusta trifft es noch hĂ€rter: Nur noch 3.713 Lots lagern an den Weltbörsen, nahe einem Zwei-Jahres-Tief.

Ausgerechnet jetzt kĂ€mpft der Markt mit Lieferproblemen. Brasiliens HĂ€fen melden Verzögerungen, RegenfĂ€lle in den Anbauregionen bremsen die Ernte. Dabei prognostiziert die brasilianische Statistikbehörde IBGE fĂŒr 2026 eine Rekordernte von 66,8 Millionen SĂ€cken. Das Angebot ist also vorhanden — es kommt nur nicht rechtzeitig an.

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Zölle und El Niño als Doppelrisiko

Die US-Regierung erwĂ€gt Zölle von 25 Prozent auf brasilianische Waren. FĂŒr den weltgrĂ¶ĂŸten Kaffeeproduzenten wĂ€re das ein empfindlicher Einschnitt. Frachtraten steigen ohnehin durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten. Die Folge: Rohkaffee wird teurer, bevor er ĂŒberhaupt in den HĂ€fen ankommt.

Obendrein hat die US-Klimabehörde NOAA ein El-Niño-Ereignis fĂŒr Juli bis Dezember 2026 offiziell bestĂ€tigt. Die Wahrscheinlichkeit fĂŒr ein sehr starkes Ereignis liegt bei 63 Prozent. Vietnam und Indonesien — die wichtigsten Robusta-AnbaulĂ€nder — gelten als besonders gefĂ€hrdet. Das US-Landwirtschaftsministerium rechnet fĂŒr Vietnam mit 32,5 Millionen SĂ€cken in der Saison 2026/27, sieht aber AbwĂ€rtsrisiken.

Bauern warten, Analysten mahnen zur Geduld

In Vietnam steigen die Inlandspreise auf 87.000 bis 87.700 VND pro Kilogramm. Dennoch verkaufen viele Bauern kaum. Sie halten ihre BestĂ€nde zurĂŒck und wetten auf weiter steigende Kurse. Transaktionen finden oft nur statt, um kurzfristig DĂŒngemittelkĂ€ufe zu finanzieren. Das engt das verfĂŒgbare Angebot zusĂ€tzlich ein.

Die Rabobank erwartet mittelfristig mehr Verkaufsdruck aus Brasilien — sobald sich die Wetterlage stabilisiert und die Ernte lĂ€uft. Kurzfristig bleibt das Bild angespannt. Arabica notiert rund zehn Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 280,83 US-Cent. Das 52-Wochen-Hoch vom Oktober 2025 bei 437,95 US-Cent liegt in weiter Ferne — der Abstand betrĂ€gt noch immer ĂŒber 40 Prozent. Erst wenn Brasiliens Ernte reibungslos fließt und die Zollfrage geklĂ€rt ist, dĂŒrfte sich der Druck spĂŒrbar lösen.

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