OHB, Kursgewinn

OHB: 236 Prozent Kursgewinn seit Januar

13.06.2026 - 04:19:00 | boerse-global.de

OHB steht vor entscheidenden Wochen: Joint Venture mit Rheinmetall, geplatzter KKR-Verkauf und erster Raketenstart der Tochter RFA ONE.

OHB Aktie: Milliarden-Deal, Raketenstart und Kurs-Chancen
OHB - Eine moderne Satellitenschüssel zeigt zum Himmel, im Vordergrund ein digitaler Bildschirm mit einer steigenden Kursgrafik. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein Kursplus von fast 236 Prozent seit Jahresbeginn spricht eine klare Sprache. Raumfahrtkonzern OHB liefert an der Börse ab. Jetzt stehen für das Bremer Unternehmen entscheidende Wochen an. Ein geplatzter Aktienverkauf, ein Milliardenprojekt der Bundeswehr und ein anstehender Raketenstart bündeln sich zu einem dichten Nachrichtenstrom.

Milliardenprojekt für die Bundeswehr

Am 11. Juni 2026 gründeten OHB und Rheinmetall offiziell ein neues Joint Venture. Die Gesellschaft soll das Kommunikationsnetz SATCOMBw-4 für die Bundeswehr aufbauen. Es ist das größte Raumfahrtprojekt in der deutschen Geschichte. Rheinmetall liefert dabei die militärische Integration. OHB steuert den Satellitenbau bei.

Allerdings gibt es noch keinen unterschriebenen Vertrag. Branchenkenner erwarten die finale Auftragsvergabe erst Anfang 2027. Konkurrenten wie Berlin Space Technologies fordern eine offene Ausschreibung. Auch Airbus mischt mit. Der Luftfahrtriese betreibt bereits die Vorgängerstufen des Systems.

Wachstum und eine Mission ins All

Operativ läuft es rund. Im ersten Quartal stieg die Gesamtleistung spürbar auf knapp 279 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis kletterte auf 27,3 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand einen Umsatz von 1,4 Milliarden Euro an.

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Parallel dazu sammelt OHB neue Aufträge ein. Auf der ILA Berlin sicherte sich die italienische Tochter einen Entwicklungsvertrag für die ESA-Mission RAMSES. Die Raumfahrtbehörde will 2029 den Asteroiden Apophis untersuchen. Bereits im Februar hatte die ESA dafür einen Hauptvertrag über rund 81 Millionen Euro an OHB vergeben.

Raketenstart und Verkaufsdruck

Am Kapitalmarkt sorgt derzeit der Finanzinvestor KKR für Unruhe. KKR will 20 Prozent seiner OHB-Anteile platzieren. Ein erster Versuch am 12. Juni scheiterte. Die Folge: Die Transaktion wurde verschoben. Die Frist für den Milliarden-Deal läuft noch bis Ende Juni.

Der Aktienkurs reagierte am Freitag mit einem leichten Minus auf 408,00 Euro. Damit notiert das Papier gut 40 Prozent unter seinem Rekordhoch vom Mai. Kurzfristig bleibt der Verkaufsdruck durch die geplante KKR-Platzierung hoch. Ein höherer Streubesitz würde der Aktie langfristig aber guttun.

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Gleich zu Beginn des neuen Monats folgt der nächste Meilenstein. Die Raketentochter Rocket Factory Augsburg plant für den 1. Juli den Erstflug ihrer Trägerrakete RFA ONE. Das Management dämpft die Erwartungen bewusst. Historisch gesehen scheitern mehr als 70 Prozent solcher Erstflüge. Ein Erfolg wäre eine massive Überraschung.

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