Palantir Aktie: Fünf Trümpfe auf einmal
03.07.2026 - 00:33:23 | boerse-global.de
Während der Nasdaq 100 am Donnerstag deutlich nachgibt, klettert Palantir um rund vier Prozent. Ein einzelner Auslöser reicht zur Erklärung nicht aus — bei Palantir kommt derzeit vieles zusammen.
Den größten Hebel dürfte die frisch bekannt gegebene Kooperation mit Nvidia liefern. Die beiden Unternehmen wollen Nvidias offene KI-Modelle der Nemotron-Reihe in Palantirs Plattformen integrieren, gedacht für US-Regierungsbehörden und Betreiber kritischer Infrastruktur. Parallel dazu hat die US-Armee Palantir Foundry als Datenschicht für ihr Modernisierungsprogramm NGC2 ausgewählt — nach eigener Priorisierung eines der wichtigsten Rüstungsvorhaben der Streitkräfte. Beide Deals zusammen deuten auf mehrjährige, verlässliche Einnahmen aus dem Verteidigungsgeschäft hin.
Analysten und Politik ziehen mit
DA Davidson hat seine Einstufung von "Neutral" auf "Kaufen" angehoben und das Kursziel von 165 auf 175 Dollar erhöht. Begründung: Palantir sei mittlerweile in seine Bewertung hineingewachsen, weil die Gewinne stark gestiegen und das Kurs-Gewinn-Verhältnis entsprechend geschrumpft sei. Hinzu kommt ein politisches Detail mit Signalwirkung — aus der aktuellen Vermögensoffenlegung von Präsident Trump geht hervor, dass er Palantir-Aktien im Wert von mindestens einer Million Dollar hält und seine Position zuletzt aufgestockt hat.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte CEO Alex Karp mit einem Fernsehauftritt, in dem er das tokenbasierte Preismodell großer KI-Anbieter scharf kritisierte. Er bezeichnete es sinngemäß als eine Art Steuer auf Rechenleistung, von der Unternehmen zunehmend belastet würden. Die Aussage rückt Palantirs eigenes, ergebnisorientiertes Abrechnungsmodell in ein günstiges Licht — und lenkt den Blick erneut auf die Aktie.
Sektor-Rotation als Rückenwind
Der Kursschub fällt zudem in eine Phase, in der Kapital aus KI-Halbleiterwerten abfließt und in Software-Titel zurückfließt. Guggenheim hat in diesem Zuge Salesforce und ServiceNow auf "Kaufen" hochgestuft und argumentiert, die Sorgen vor KI-bedingter Disruption hätten Softwarebewertungen zu weit gedrückt. Von dieser Neubewertung profitiert auch Palantir, während die breiten US-Indizes an diesem Handelstag im Minus notieren.
Die Kombination aus Großkunden-Deals, Analysten-Rückenwind und prominenter medialer Präsenz hat eine seltene Häufung positiver Nachrichten geschaffen. Trotz der jüngsten Gegenbewegung bleibt die Aktie spürbar unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 207,52 Dollar. Ob sich daraus eine nachhaltige Erholung oder nur eine kurze Verschnaufpause zwischen zwei schwächeren Phasen entwickelt, dürfte sich an den kommenden Handelstagen zeigen, wenn der Nvidia-Deal und der Armee-Auftrag konkretere Details liefern.
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