Scottish Mortgage: Hauptversammlung am 2. Juli
13.06.2026 - 17:53:37 | boerse-global.de
Der Scottish Mortgage Investment Trust erlebte eine schmerzhafte Börsenwoche. Starke US-Arbeitsmarktdaten zerstörten die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen. Die Folge: Ein massiver Abverkauf bei Wachstumswerten. Die Aktie des Trusts verlor allein am Freitag 5,29 Prozent. Sie schloss bei 16,12 Euro und rutschte damit unter ihre 50-Tage-Linie.
Zinsangst und SpaceX-IPO
Das bestimmende Thema war die US-Notenbank. Die US-Wirtschaft schuf im Mai 172.000 neue Stellen. Das ist doppelt so viel wie von Ökonomen erwartet. Der Markt preist nun eine erste Zinssenkung frühestens für Dezember 2026 ein. Wachstumsstarke Portfolios leiden unter diesem Umfeld besonders stark.
Selbst ein historisches Ereignis im eigenen Portfolio verpuffte wirkungslos. Am 12. Juni feierte SpaceX sein Debüt an der Nasdaq. Das Raumfahrtunternehmen strebt eine Bewertung von bis zu 1,8 Billionen US-Dollar an. Für Scottish Mortgage ist das enorm wichtig. SpaceX ist die größte Position und macht 21 Prozent des Vermögens aus.
Ein erfolgreiches Listing verwandelt eine illiquide Wette in einen handelbaren Wert. Das senkt das Risiko im Portfolio drastisch. Trotz des planmäßigen Börsengangs fiel der Aktienkurs des Trusts weiter. Makroökonomische Kräfte überlagerten den operativen Erfolg. Hinzu kommt eine große Unsicherheit. Das Management ließ offen, welche Haltefristen für bestehende Aktionäre nach dem IPO gelten.
Dividende und schwache Privatmarkt-Daten
Am Donnerstag handelte die Aktie ex-Dividende. Aktionäre erhalten eine Schlussausschüttung von 2,97 Pence je Anteilsschein. Der Trust überweist das Geld am 10. Juli 2026. Damit sichert sich Scottish Mortgage im 43. Jahr in Folge seinen Platz auf der "Dividend Heroes"-Liste.
Diese Konstanz hat allerdings einen Haken. Gewinne decken die Ausschüttung nicht vollständig ab. Die Gesamtsumme von 49,6 Millionen Pfund übersteigt den Nettogewinn von 25,6 Millionen Pfund deutlich. Diese Lücke zieht die Blicke der Kritiker auf sich.
Parallel dazu verschlechtert sich das Umfeld für außerbörsliche Beteiligungen. Der Trust investierte mehr als 40 Prozent seiner Mittel in nicht notierte Wachstumsunternehmen. Ein aktueller Bericht von Bain & Company warnt vor einer Bewertungskrise im Softwaresektor. Die Bewertungen in Private-Equity-Portfolios fielen zuletzt um acht Prozent.
Richtungsentscheidung im Juli
Mitten in dieser unruhigen Phase baut ein neuer Großaktionär seine Position aus. Mitsubishi UFJ Asset Management kaufte Anfang Juni gut 33,6 Millionen Aktien. Damit überschritt der japanische Vermögensverwalter die Meldeschwelle von drei Prozent.
Das eigentliche Großereignis steht dem Trust aber noch bevor. Am 2. Juli 2026 stimmt die Hauptversammlung über die zukünftige Strategie ab. Im Zentrum steht die Obergrenze für private Investitionen. Bislang liegt das Limit bei 30 Prozent des Vermögens. Das Management fordert mehr Spielraum für späte Finanzierungsrunden.
Die Fondsmanager Tom Slater und Lawrence Burns halten die aktuelle Grenze für zu starr. Eine Lockerung erlaubt es ihnen, bei vielversprechenden Start-ups nachzuschießen. Ohne diese Freiheit droht eine Verwässerung bestehender Positionen.
Trotz der aktuellen Turbulenzen glänzt die langfristige Bilanz. In den vergangenen zehn Jahren stieg der Nettoinventarwert um 435 Prozent. Am 2. Juli entscheidet sich nun, wie viel Risiko das Management künftig eingehen darf. Stimmen die Aktionäre der höheren Quote für Privatmarktbeteiligungen zu, erhält der Trust deutlich mehr Beinfreiheit für kommende Tech-Wetten.
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