Siemens Energy Aktie: 16 Gigawatt in Deutschland auf der Kippe
13.06.2026 - 17:00:02 | boerse-global.de
Eigentlich sind die Fabriken voll ausgelastet. Trotzdem schlĂ€gt die Windsparte von Siemens Energy jetzt Alarm. Siemens Gamesa warnt vor möglichen KapazitĂ€tskĂŒrzungen in Europa. Der Grund liegt in der zögerlichen Politik. Regierungen hinken beim Offshore-Ausbau ihren eigenen Zielen deutlich hinterher.
Verzögerungen bedrohen die Pipeline
Ab dem Jahr 2028 könnten europĂ€ische Windkraftwerke um AnschlussauftrĂ€ge kĂ€mpfen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das Unternehmen. Regulatorische HĂŒrden und fehlende NetzanschlĂŒsse bremsen den Ausbau massiv.
Spartenchef Vinod Philip rechnet vor. Der EU fehlen aktuell rund 40 Gigawatt bis zum Ziel fĂŒr 2030. Allein in Deutschland stehen Projekte mit 16 Gigawatt Leistung auf der Kippe. Die Folge: Ein eigentlich wachsender Markt wird kĂŒnstlich ausgebremst.
Sanierungsfall unter Druck
FĂŒr Siemens Energy kommt die Warnung zur Unzeit. Die Windtochter Gamesa arbeitet hart an ihrem Turnaround. Im zweiten Quartal stieg der Auftragseingang leicht auf 846 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte auf gut 2,5 Milliarden Euro.
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Die operative Marge blieb mit minus 1,7 Prozent jedoch im roten Bereich. Das Unternehmen verfehlt die Gewinnschwelle weiterhin. Bis zum Jahr 2026 will der Konzern hier zumindest eine schwarze Null erreichen.
Auf Konzernebene sieht die Lage deutlich besser aus. Starke GeschÀfte mit Gasturbinen und Stromnetzen treiben den Gewinn. Das operative Konzernergebnis stieg im abgelaufenen Quartal auf 1,16 Milliarden Euro. Das Management hob daraufhin die Jahresprognose an.
Hohe Schwankungen prÀgen den Kurs
An der Börse reagieren Investoren besonnen. Die Aktie schloss am Freitag bei 153,46 Euro und verbuchte ein leichtes Tagesplus. Auf Sicht eines Monats verzeichnet das Papier allerdings einen zweistelligen prozentualen Verlust.
Der Abstand zum Rekordhoch vom April bleibt mit ĂŒber 21 Prozent deutlich. Charttechnisch notiert der Titel unter der 50-Tage-Linie. Langfristig stĂŒtzt jedoch der 200-Tage-Durchschnitt bei 136,66 Euro.
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Seit Jahresbeginn steht immer noch ein solider Gewinn von rund 25 Prozent auf der Anzeigetafel. Die hohe VolatilitÀt zeigt jedoch die anhaltende NervositÀt der MÀrkte.
Am 17. und 18. Juni prÀsentiert sich das Management auf Investorenkonferenzen in London. Neue GeschÀftszahlen stehen dort nicht auf der Agenda. Der Vorstand muss den Anlegern stattdessen konkret erklÀren, wie er das politische Risiko im WindgeschÀft operativ abfedern will.
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