Macron, Schulterschluss

Macron fordert Schulterschluss gegen Handelsungleichgewichte

11.06.2026 - 16:28:32 | dpa.de

Vor dem Gipfel der fĂŒhrenden westlichen Industriestaaten (G7) in der kommenden Woche in Frankreich hat PrĂ€sident Emmanuel Macron mehr Einsatz gegen Ungleichgewichte im Welthandel gefordert.

Bei einer Videokonferenz mit den G7-Staaten sowie China und dem Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF) pochte Macron auf ein koordiniertes Vorgehen von Europa, China und den USA, um zu einem ausgewogenen und nachhaltigen Wachstum zu gelangen.

"ZunÀchst einmal besteht dringender Handlungsbedarf", sagte Macron. "Die globalen Ungleichgewichte bestehen seit langem und haben sich in den letzten Jahren noch verstÀrkt, wodurch das Wirtschaftswachstum und die FinanzstabilitÀt gefÀhrdet sind." Die derzeitige globale geopolitische Lage verstÀrke diese Ungleichgewichte ganz offensichtlich noch. "Dies wird einer der Schwerpunkte unserer GesprÀche beim G7-Gipfel sein."

Von Montag bis Mittwoch kommender Woche kommen die Staats- und Regierungschefs der G7-LĂ€nder zu Beratungen in Évian-les-Bains am Genfer See zusammen.

Gemeinsames Vorgehen der IndustrielÀnder nötig

"Die BewĂ€ltigung globaler Ungleichgewichte liegt in der gemeinsamen Verantwortung sowohl der Überschuss- als auch der DefizitlĂ€nder", sagte Macron. "Werden diese Ungleichgewichte nicht durch ein koordiniertes Vorgehen der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt angegangen, besteht die Gefahr, dass sie sich auf ungeordnete Weise auflösen und zu abrupten wirtschaftlichen und finanziellen Anpassungen fĂŒhren."

Das aktuelle Ungleichgewicht im Welthandel ist geprĂ€gt durch ein Handelsbilanzdefizit der USA, die viel ausgeben und sich stark verschulden sowie China, das viel exportiert und wenig einkauft und RekordĂŒberschĂŒsse erzielt. Europa produziert und exportiert zwar viel, sieht sich allerdings in der Klemme zwischen den Zöllen seines grĂ¶ĂŸten Abnehmers, den USA, sowie der chinesischen Konkurrenz, die seiner Industrie zusetzt.

Europa muss Investitionen und ProduktivitÀt hochfahren

Bereits beim G7-Finanzministertreffen in Paris vor drei Wochen gab es die Forderung, China solle seine exportgetriebene ÜberkapazitĂ€t und die schwache Binnennachfrage abbauen, die USA sollten ihren konsum- und schuldengetriebenen NachfrageĂŒberschuss verringern, und Europa solle deutlich mehr investieren - insbesondere in Technologie, ProduktivitĂ€t und Zukunftsindustrien. "Wir wissen, dass wir in Europa bezĂŒglich ProduktivitĂ€t und Investitionen hinterherhinken", sagte Macron.

Die "Gruppe der Sieben" (G7) ist eine informelle Allianz fĂŒhrender Industrienationen. Die Mitglieder sind Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. Auch die Zentralbanken der Mitgliedstaaten waren bei dem Treffen vertreten. Frankreich hat im laufenden Jahr den G7-Vorsitz.

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