ROUNDUP, Angriffen

Trump droht dem Iran erneut

10.06.2026 - 21:15:55 | dpa.de

WASHINGTON - Nach gegenseitigen Angriffen hat US-PrÀsident Donald Trump dem Iran erneut gedroht.

(neu: Mit iranischem PrÀsidenten.)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Nach gegenseitigen Angriffen hat US-PrĂ€sident Donald Trump dem Iran erneut gedroht. "Sie haben zu lange gebraucht, um einen fĂŒr sie großartigen Deal auszuhandeln, jetzt mĂŒssen sie die Konsequenzen tragen!", schrieb Trump am Nachmittag deutscher Zeit auf seiner Plattform Truth Social. SpĂ€ter legte er vor Reportern im Weißen Haus nach und kĂŒndigte einen bevorstehenden neuerlichen Angriff trotz Waffenruhe an. "Wir haben sie gestern hart getroffen und wir werden sie heute wieder hart treffen", sagte er. Zugleich machte er Druck auf den Iran, einem Abkommen zuzustimmen. Die Verhandlungen ĂŒber ein Kriegsende ziehen sich seit Wochen hin.

Trump hatte den Iran fĂŒr den Abschuss eines Kampfhubschraubers vor der KĂŒste des Omans verantwortlich gemacht und am Dienstagabend Vergeltung angekĂŒndigt. In der Nacht zum Mittwoch bombardierte das US-MilitĂ€r im Iran dann Flugabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Bereich der Straße von Hormus, wie das Regionalkommando Centcom auf X mitteilte. Das US-MilitĂ€r sprach von einer "verhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen" Antwort. Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-StĂŒtzpunkte in der Golfregion und in Jordanien an, unter anderem mit ballistischen Raketen. Kuwaits Flugabwehr war laut Armeeangaben im Einsatz. Auch in Bahrain schrillten wieder Sirenen.

Berichte: US-MilitÀr griff in drei Wellen an

US-Medienberichten zufolge erfolgten die Angriffe im Iran in drei Wellen und richteten sich gegen rund 20 Ziele. Iranische Medien berichteten unter anderem ĂŒber Explosionen in der Stadt Sirik an der Straße von Hormus sowie auf der Insel Gheschm. Auch aus dem Bereich der Großstadt Bandar Abbas gab es Berichte ĂŒber EinschlĂ€ge. Laut iranischer Nachrichtenagentur Tasnim wurden zwei Wassertanks in Sirik getroffen.

Nach den nĂ€chtlichen US-Angriffen sind iranischen Angaben zufolge Tausende Bewohner an der SĂŒdkĂŒste ohne Wasser. Die Trinkwasserversorgung der Stadt Kuhestak in der Provinz Hormusgan sowie von zehn weiteren Dörfern sei vollstĂ€ndig unterbrochen, berichtete die Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf einen Behördenvertreter.

Irans PrÀsident kritisierte die Angriffe scharf. "Die Infrastruktur eines Landes ist die Lebensader der Menschen", schrieb Massud Peseschkian auf X. "Wer mit Angriffen auf Verkehrsnetze, Stromversorgung oder Wasserindustrie droht, demonstriert keine StÀrke, sondern nur Verzweiflung."

Trump verbreitet Erfolgsmeldungen

Schon kurz nach Kriegsbeginn am 28. Februar hatte sich Trump optimistisch gegeben, dass die USA ihre Ziele im Iran schnell erreichen könnten. Das Narrativ Ă€nderte er auch trotz stockender Verhandlungen nicht. Am Mittwoch erklĂ€rte Trump Irans MilitĂ€r einmal mehr fĂŒr weitgehend besiegt. Die iranischen StreitkrĂ€fte seien "ein einziges Chaos", schrieb er. Große Teile davon, etwa die Marine und Luftwaffe, existierten nicht mehr. "Sie wurden vollstĂ€ndig besiegt", schrieb Trump weiter, "der Tyrann des Nahen Ostens ist TOT!!!".

Vor Tagen hatte der US-PrĂ€sident im Interview des TV-Senders NBC News die EinschĂ€tzung abgegeben, dass der Iran noch ĂŒber gut ein FĂŒnftel seines Raketenarsenals verfĂŒge. Das seien immer noch viele Raketen, aber nicht mehr das, was sie anfangs hatten, hatte Trump ergĂ€nzt.

Trump: US-Blockade wirkt wie "Stahlmauer"

Trump betonte außerdem auf Truth Social, dass der Iran wirtschaftlich stark geschwĂ€cht sei. Die von den USA verhĂ€ngte Blockade iranischer HĂ€fen sei Ă€ußerst effektiv und wirke wie eine "STAHLMAUER", schrieb der PrĂ€sident. Die Islamische Republik könne keinerlei GeschĂ€fte mehr machen und weder ihre Rechnungen noch sein MilitĂ€r finanzieren.

Die USA hatten als Reaktion auf die faktische Blockade der Meerenge durch den Iran selbst eine Blockade von iranischen HĂ€fen verhĂ€ngt, um das Land, das wirtschaftlich auf Ölhandel setzt, zu schwĂ€chen. Die USA versuchen seit lĂ€ngerem - bislang vergeblich -, dass die Straße von Hormus wieder frei befahrbar wird. Die weltweiten Energiepreise schossen mit Kriegsbeginn nach oben, was die Trump-Regierung unter Druck setzt.

Bericht: Delegation aus Katar fĂŒr GesprĂ€che in Teheran

Die US-Regierung hatte zu Beginn des seit Ende Februar andauernden Iran-Kriegs einen schnellen Sieg binnen vier bis sechs Wochen versprochen. Die BemĂŒhungen um ein Kriegsende und eine Öffnung der strategisch bedeutenden Straße von Hormus fĂŒr die Schifffahrt und den Ölhandel stocken aber seit Wochen.

Eine Delegation aus dem Golfemirat Katar traf nun einem Bericht zufolge fĂŒr diplomatische GesprĂ€che zum Iran-Krieg in Teheran ein. Wie die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete, soll bei dem Besuch ĂŒber BemĂŒhungen fĂŒr ein dauerhaftes Ende des Kriegs gesprochen werden.

Katar gehört neben Pakistan und dem Oman zu den wichtigen Vermittlern im Iran-Krieg. Zuletzt hatten militĂ€rische Spannungen und gegenseitige Angriffe zwischen den USA und dem Iran wieder Sorgen vor einer neuen Eskalation befeuert. Seit Wochen verhandeln die Kriegsparteien ĂŒber ein dauerhaftes Ende des Konflikts, bislang ohne Durchbruch.

Offiziell gilt im Iran-Krieg seit zwei Monaten eine Waffenruhe. Doch zuletzt schien diese von Tag zu Tag brĂŒchiger zu werden: Bereits am Sonntag war der Konflikt mit iranischen Raketenangriffen auf Israel gefĂ€hrlich eskaliert. Israel griff daraufhin Ziele im Iran an. Trump rief beide Staaten zu einer "sofortigen" Waffenruhe auf, woraufhin beide Seiten erklĂ€rten, ihre Angriffe einzustellen.

Inmitten der neuen Spannungen im Iran-Krieg kam es auch im Libanon erneut zu schweren Angriffen der israelischen Armee. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete zahlreiche Luftangriffe in weiten Teilen des SĂŒdens und im Osten des Landes. Rund ein Dutzend Menschen seien getötet worden. Israels Armee geht eigenen Angaben zufolge im SĂŒden des Nachbarlandes gegen die Hisbollah und deren Einrichtungen vor.

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