«Ărgerlich»: Janza vermasselt DĂ€nemark ein Eriksen-MĂ€rchen
16.06.2024 - 20:48:52Nach dem Schlusspfiff fĂŒhrte DĂ€nemarks FuĂball-Star Christian Eriksen seine Mitspieler Richtung Fankurve. Warmer Applaus prasselte ihm dort fĂŒr seine fast schon mĂ€rchenhafte EM-RĂŒckkehr entgegen. 1100 Tage nach seinem Herzstillstand hatte der Mittelfeldspieler seine Mannschaft im Duell mit Slowenien in FĂŒhrung gebracht, sogar zum Spieler des Spiels wurde er gekĂŒrt. Ausgelassener aber feierten die slowenischen Fans. FĂŒr sie war das 1:1 (0:1) in Stuttgart ein Erfolg, fĂŒr die DĂ€nen eine EnttĂ€uschung.
Von einem «schlechten GefĂŒhl» sprach Eriksen beim dĂ€nischen Sender DR Sporten, «es ist immer Ă€rgerlich, wenn man in FĂŒhrung geht und denkt, dass man es geschafft hat, und dann am Ende die Punkte liegen lĂ€sst.» Slowenien habe am Ende mehr Energie gehabt.
Sloweniens Trainer Matjaz Kek lobte vor allem den zweiten Durchgang seiner Elf: «In der zweiten Halbzeit haben wir uns von der Stimmung und der NervositĂ€t befreit. Wir haben gesehen, wie viel Luft nach oben fĂŒr unser Team ist. Und die enorme Energie ist auf unser Team ĂŒbergesprungen.»
DÀnemarks Offensive steht und fÀllt mit Eriksen
Gegen die zunĂ€chst sehr defensiv auftretenden Slowenen traf Eriksen nach einer sehenswerten Vorlage des Wolfsburgers Jonas Wind in der 17. Minute. Die DĂ€nen waren insgesamt ĂŒberlegen, legten aber nicht nach. Stattdessen erzielte Erik Janza in der Schlussphase den Ausgleich (77.). In ihrem zweiten Spiel in der Gruppe C treffen die DĂ€nen am Donnerstag auf Vizeeuropameister England, Slowenien spielt gegen Serbien.
«Wenn er gut spielt, dann spielen wir gut», hatte DĂ€nemarks Trainer Kasper Hjulmand vor der Partie ĂŒber Eriksens Rolle gesagt. Der 32-JĂ€hrige gebe den Rhythmus vor und sei «das Herz» des dĂ€nischen Angriffsspiels. Am 12. Juni 2021 hatte das Herz des Profis von Manchester United im EM-Spiel gegen Finnland jedoch fĂŒr mehrere Minuten aufgehört, zu schlagen. Nur dank Herzdruckmassagen und eines Defibrillators konnte er auf dem Rasen wiederbelebt werden und spĂ€ter in den ProfifuĂball zurĂŒckkehren. Ohne Eriksen waren die DĂ€nen anschlieĂend damals bis ins Halbfinale gestĂŒrmt.
Bei seiner RĂŒckkehr auf die EM-BĂŒhne im Duell mit den Slowenen riss Eriksen das Spiel nun direkt an sich. Es gab kaum einen Spielzug, an dem er nicht beteiligt war. Die Slowenen standen anfangs tief und hatten mitunter groĂe Probleme, sich zu befreien. Eine ihrer wenigen und zugleich gefĂ€hrlichsten Chancen in der ersten Halbzeit vergab Leipzigs Benjamin Sesko mit einem Distanzschuss (16.). Im Gegenzug verwertete Eriksen eine geniale Hackenvorlage von Wind zum 1:0. Sloweniens StartorhĂŒter und KapitĂ€n Jan Oblak war machtlos.
Slowenen warten weiter auf ersten Sieg bei einer EM
Sein VerbandsprĂ€sident Radenko Mijatovic hatte sich vor dem Turnierstart hoffnungsvoll geĂ€uĂert. «Es ist schon oft vorgekommen, dass kleine Nationalmannschaften ĂŒberrascht haben. Bei diesen Turnieren ist alles möglich», hatte er gesagt. FĂŒr die ganz groĂe Ăberraschung war die Herangehensweise gerade in der ersten Halbzeit aber noch zu abwartend.
Die DĂ€nen dominierten ĂŒber weite Strecken, die Slowenen blieben auch im vierten Spiel ihrer EM-Historie sieglos. Zittern mussten die Skandinavier nach dem Seitenwechsel aber mehrfach. ZunĂ€chst bei einem Duell zwischen Joachim Andersen und Andraz Sporar. Auch nach RĂŒcksprache mit dem Videoassistenten gab Schiedsrichter Sandro SchĂ€rer aus der Schweiz keinen Elfmeter fĂŒr den AuĂenseiter.
In der 65. Minute scheiterte DĂ€nemarks Sturmhoffnung Rasmus Höjlund an Oblak und verpasste die Entscheidung, auf der anderen Seite fĂ€lschte Morten Hjulmand Janzas Schuss unhaltbar ab. Zuvor hatten der Ex-NĂŒrnberger Adam Gnezda Cerin und Sporer dicke Chancen zum Ausgleich vergeben (66./75.). Auch Sesko scheiterte noch am Pfosten (76.).











