Scholz verteidigt Ausweitung der Grenzkontrollen
14.09.2024 - 17:21:39Bundeskanzler Olaf Scholz hat die geplante Ausweitung der Grenzkontrollen verteidigt. «IrregulĂ€re Migration ist nicht das, was wir wollen», sagte der SPD-Politiker bei einer Fragerunde mit BĂŒrgern im brandenburgischen Prenzlau. Wenn wie im letzten Jahr 300.000 Menschen nach Deutschland kĂ€men, von denen nur ein Teil einen Schutzanspruch habe, «dann ist das nicht gut».Â
Deshalb mĂŒsse man genauer hinschauen, wer ein Recht zur Einreise habe. «Denn wir können uns ja leider nicht ganz darauf verlassen, dass alle unsere Nachbarn es so machen, wie sie es machen sollen.» Er betonte, dass man sich bei den Grenzkontrollen an europĂ€isches Recht halten werde.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat angeordnet, dass es ab Montag an allen deutschen Landgrenzen Grenzkontrollen geben soll, um die Zahl unerlaubter Einreisen stĂ€rker einzudĂ€mmen. Die zusĂ€tzlichen Kontrollen sollen zunĂ€chst sechs Monate andauern. Das betrifft Frankreich, DĂ€nemark, Belgien, die Niederlande und Luxemburg. An den Grenzen zu Ăsterreich, Polen, Tschechien und der Schweiz gibt es solche Kontrollen schon. Und auch an der Grenze zu Frankreich wurde zuletzt bereits kontrolliert, was die Bundesregierung unter anderem mit den Olympischen Spielen begrĂŒndete.
Solche Grenzkontrollen sind innerhalb des Schengen-Raums normalerweise nicht vorgesehen, sie mĂŒssen jeweils bei der EU-Kommission angemeldet werden. Das deutsche Vorgehen wird in den Nachbarstaaten kritisch gesehen.
Die Bundesregierung begrĂŒndet die Kontrollen mit Sicherheitsrisiken durch irregulĂ€re Migration und SchleuseraktivitĂ€ten an den EU-AuĂengrenzen. Diese fĂŒhrten zu einem erhöhten Niveau irregulĂ€rer GrenzĂŒbertritte in Deutschland, was die ohnehin schon angespannte Situation bei der Unterbringung von FlĂŒchtlingen verschĂ€rfe.


