Klingbeil-Berater verteidigt Verwendung von Sondervermögen
23.04.2026 - 16:44:48 | dts-nachrichtenagentur.deEntscheidend fĂŒr finanzpolitische ZusĂ€tzlichkeit sei nicht der bloĂe Vergleich der absoluten Investitionshöhe. Zu fragen sei vielmehr, wie sich die Investitionen der fiskalischen Ausgangslage ohne das Sondervermögen Infrastruktur und KlimaneutralitĂ€t voraussichtlich entwickelt hĂ€tten. "Genau diesen angepassten Referenzpfad legen wir in einer Studie, die in KĂŒrze veröffentlicht wird, zugrunde", erlĂ€uterte Steinbach zusammen mit Mitarbeitern des Ministeriums.
"Der resultierende Befund ist eindeutig: Ein GroĂteil der Investitionen des Sondervermögens Infrastruktur und KlimaneutralitĂ€t von rund 177 Milliarden Euro bis 2028 wĂ€re unter diesen Bedingungen nicht zustande gekommen. Rund 95 Prozent dieser Mittel sind damit aus finanzpolitischer Sicht tatsĂ€chlich zusĂ€tzlich", so Steinbach fest. "Das widerlegt die Thesen von einem `Verschiebebahnhof` und einer `Zweckentfremdung`. Sie fuĂen auf wenig plausiblen Annahmen ĂŒber das Referenzszenario, etwa durch die Ausblendung der KonsolidierungszwĂ€nge oder durch eine implizite Fortschreibung der finanzpolitischen Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre", argumentiert der Ăkonom.
Mitte MĂ€rz hatten sowohl das MĂŒnchner Ifo-Institut als auch das arbeitgebernahe IW in Köln Studien vorgelegt, in denen untersucht wurde, ob der Bund das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen bisher ordnungsgemÀà fĂŒr "zusĂ€tzliche" Investitionen ausgebe. Das Ifo-Institut ermittelte eine "Zweckentfremdungsquote" von bis zu 95 Prozent fĂŒr die zusĂ€tzlichen Schulden im Jahr 2025. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) kam auf 86 Prozent Fehlverwendung.
"Die genaue Höhe hĂ€nge von Abgrenzungsfragen ab. In jedem Fall aber wurden nach unseren Berechnungen mindestens drei Viertel der aufgenommenen Kredite zweckentfremdet", schrieb das Ifo-Institut. Dessen PrĂ€sident, Clemens Fuest, sah darin ein "groĂes Problem". "Die zusĂ€tzlich aufgenommenen Schulden sollten fĂŒr zusĂ€tzliche Investitionen eingesetzt werden, die das Wirtschaftswachstum langfristig stĂŒtzen", mahnte Fuest im MĂ€rz.
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