AfD bleibt mit 27 Prozent vor Union bei 20 Prozent
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 18:42 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSWenn am Sonntag Bundestagswahl wÀre, kÀme die AfD laut einer neuen Infratest-Umfrage auf 27 Prozent und lÀge damit unverÀndert vorn. Die Union erreicht 20 Prozent und verliert im Vergleich zu Anfang September einen Prozentpunkt.
Die Ergebnisse wurden am Donnerstag fĂŒr den âARD-Deutschlandtrendâ veröffentlicht. Infratest befragte vom 28. bis 30. September insgesamt 1.303 wahlberechtigte Personen.
GrĂŒne legen zu, FDP bleibt unter der Mandatsschwelle
Die SPD kommt unverĂ€ndert auf 13 Prozent. Die GrĂŒnen verbessern sich um einen Punkt auf 16 Prozent, wĂ€hrend die Linke einen Punkt verliert und bei 11 Prozent liegt.
Die FDP bleibt bei 4 Prozent und damit unterhalb der Mandatsschwelle. Auf alle anderen Parteien entfallen zusammen 9 Prozent, ein Punkt mehr als bei der vorherigen Vergleichserhebung.
Nur jeder Zehnte mit Bundesregierung zufrieden
Mit der Arbeit der Bundesregierung sind derzeit 10 Prozent sehr zufrieden oder zufrieden. 89 Prozent bewerten die Arbeit von Union und SPD als weniger oder gar nicht zufriedenstellend.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz verliert an Zustimmung. 10 Prozent der Wahlberechtigten Ă€uĂern sich zufrieden mit seiner Arbeit, drei Prozentpunkte weniger als Anfang September. Nach Angaben des Deutschlandtrends ist dies der niedrigste Zufriedenheitswert eines Kanzlers in der Geschichte der Erhebung; 88 Prozent sind mit Merz weniger oder gar nicht zufrieden.
Pistorius fĂŒhrt Minister-Ranking an
Verteidigungsminister Boris Pistorius erreicht 50 Prozent Zustimmung. AuĂenminister Johann Wadephul kommt unverĂ€ndert auf 34 Prozent, Innenminister Alexander Dobrindt auf 27 Prozent. Mit Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil sind 20 Prozent zufrieden.
Gesundheitsminister Carsten Linnemann erreicht 18 Prozent, Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas 17 Prozent. Bei den Oppositionspolitikern kommen AfD-Fraktionsvorsitzender Tino Chrupalla auf 22 Prozent, Linken-Co-Chefin Heidi Reichinnek auf 16 Prozent und GrĂŒnen-Fraktionschefin Britta HaĂelmann auf 9 Prozent Zustimmung.
Die Umfrage zeichnet ein deutlich polarisiertes KrĂ€fteverhĂ€ltnis: Die AfD liegt mit 27 Prozent sieben Punkte vor der Union. Zusammen erreichen Union und SPD 33 Prozent, wĂ€hrend AfD, GrĂŒne und Linke auf 54 Prozent kommen. Das ist keine Sitzverteilung und ersetzt keine Wahl, zeigt aber, wie weit die Regierungsparteien derzeit von einer eigenen parlamentarischen Mehrheit entfernt liegen.
Die Erhebung fĂ€llt in eine Phase hoher politischer Aufmerksamkeit nach mehreren Landtagswahlen. Bei der Wahl in Sachsen-Anhalt am 6. September wurde die AfD mit 43,8 Prozent stĂ€rkste Kraft; ihr Spitzenkandidat Ulrich Siegmund kĂŒndigte anschlieĂend eine Kandidatur fĂŒr das Amt des MinisterprĂ€sidenten an. Die regionalen Wahlerfolge verstĂ€rken damit den bundespolitischen Druck auf Union und SPD.
Regierungszufriedenheit als zentraler Belastungsfaktor
Besonders auffĂ€llig ist die Bewertung der Bundesregierung. Nur 10 Prozent sind mit ihrer Arbeit zufrieden, 89 Prozent Ă€uĂern sich unzufrieden. FĂŒr Friedrich Merz fĂ€llt der Zustimmungswert ebenfalls auf 10 Prozent. Zugleich zeigen die Einzelwerte, dass die Unzufriedenheit nicht alle Regierungsmitglieder gleichermaĂen betrifft: Verteidigungsminister Boris Pistorius erreicht mit 50 Prozent den höchsten Wert.
FĂŒr die Parteien bedeutet das eine doppelte Herausforderung. Die Union muss den Abstand zur AfD verringern, wĂ€hrend die SPD trotz unverĂ€ndert 13 Prozent kaum von ihrer Regierungsbeteiligung profitiert. Die GrĂŒnen legen leicht auf 16 Prozent zu, die Linke bleibt mit 11 Prozent ĂŒber der FDP. Ob daraus dauerhafte politische Verschiebungen entstehen, hĂ€ngt von der weiteren Regierungsarbeit, der wirtschaftlichen Entwicklung und den kommenden WahlkĂ€mpfen ab.
