Familien, Gesellschaft

Studie: Alleinerziehende besonders hÀufig unzufrieden

05.10.2023 - 10:31:47

Alleinerziehende sind in Deutschland besonders hÀufig unzufrieden.

Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten "Monitor Wohlbefinden" des Bundesinstituts fĂŒr Bevölkerungsforschung hervor. WĂ€hrend nur rund ein Drittel der Befragten, die mit einem Partner und Kindern zusammenleben, wenig zufrieden ist, ist dieser Anteil in Ein-Eltern-Haushalten demnach fast doppelt so hoch (57 Prozent).

"Einsamkeit und bei Singles mit Kindern auch die besonderen Herausforderungen, sich ohne Partner oder Partnerin im Haushalt um Kinder zu kĂŒmmern, gehen mit einer geringeren Lebenszufriedenheit einher", sagte BiB-Direktorin Christa Katharina Spieß. "Der Anteil von Singles mit Kindern hat in den letzten Jahrzehnten immer weiter zugenommen. Hier herrscht ein ganz großer UnterstĂŒtzungsbedarf vor, um ihr Wohlbefinden zu steigern, da dieses auch die Kinder beeinflussen kann", ergĂ€nzte sie. Ferner geben Personen mit eigener Zuwanderungserfahrung, die sogenannte "erste Generation", mit einem Durchschnittswert von 6,8 auf einer Skala von 0 bis 10 eine recht hohe Lebenszufriedenheit an. Die Kinder der Zugewanderten, die sogenannte "zweite Generation", sind dagegen etwas weniger zufrieden (6,5), obwohl sie im Hinblick auf BildungsabschlĂŒsse und Einkommen tendenziell erfolgreicher sind als ihre Eltern. "Vermutlich vergleichen Zugewanderte der ersten Generation ihr Leben eher mit der Situation im Herkunftsland, wĂ€hrend die zweite Generation ihr Leben hĂ€ufiger im Vergleich zu Personen ohne Migrationshintergrund bewertet. Sie ist dadurch stĂ€rker fĂŒr bestehende Unterschiede zu diesen sensibilisiert", so Spieß. Das subjektive Wohlbefinden ist direkt und indirekt von der Elterngeneration geprĂ€gt: So wirkt sich der Bildungsabschluss der Eltern nicht nur auf die bildungsbezogenen Chancen ihrer Kinder aus, sondern auch auf das Wohlbefinden. Erwachsene Kinder von Eltern ohne Hochschulabschluss geben hĂ€ufiger an, weniger zufrieden zu sein. Auch die Distanz zum Elternhaus spielt eine Rolle fĂŒr das Wohlbefinden der erwachsenen Kinder. Die grĂ¶ĂŸte Zufriedenheit berichten diejenigen, die bis zu einer Stunde Fahrzeit mit dem Auto entfernt von den Eltern wohnen. Liegt der Arbeitsplatz weiter vom Wohnort entfernt, mĂŒssen Pendeln und Umzug gegeneinander abgewogen werden. Lange tĂ€gliche Arbeitswege können einen Stressfaktor darstellen, der die Lebenszufriedenheit verringert: Laut BiB berichten Personen mit langen tĂ€glichen Arbeitswegen eine geringere Lebenszufriedenheit, berufliche UmzĂŒge hingegen stehen mit einem Anstieg der Lebenszufriedenheit in Zusammenhang (26 Prozent sehr Zufriedene vs. 17 Prozent bei Personen ohne Umzug). "Seit der Corona-Zeit, aus der die Daten der Erhebung stammen, ist Homeoffice weiter verbreitet und bietet eine Alternative zum tĂ€glichen Pendeln. Wenn lange Pendelstrecken entfallen, kann sich das letztlich positiv auf die Lebenszufriedenheit auswirken", sagte BiB-Forscher Nico Stawarz.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de