Klimabeauftragte hofft auf konkrete Fortschritte
28.11.2023 - 05:04:49Trotz globaler Spannungen wegen der Kriege im Gazastreifen und der Ukraine setzt die Bundesregierung auf konkrete Erfolge bei der Weltklimakonferenz in Dubai. Greifbare Fortschritte im Kampf gegen die ErderwÀrmung seien «möglich und dringend notwendig», sagte die Klimaschutzbeauftragte im AuswÀrtigen Amt, Jennifer Morgan, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Darauf arbeiten wir mit aller Kraft hin.»
Die UN-Konferenz beginnt am Donnerstag, erwartet werden 70.000 Teilnehmer aus rund 200 Staaten. Bei der EindĂ€mmung der Klimakrise hinkt die Staatengemeinschaft weit hinterher. Fraglich ist aber, ob sich alle LĂ€nder in Dubai gemeinsam zu einem Ausstieg aus den klimaschĂ€dlichen EnergietrĂ€gern Kohle, Ăl und Gas verpflichten.
Eine Chance fĂŒr die Welt
Morgan sagte, alle Staaten seien durch die Klimakrise bedroht - und es gebe die Aussicht «auf noch viel schlimmere Auswirkungen», wenn die planetare Schmerzgrenze von 1,5 Grad ĂŒberschritten werde. Die Klimakonferenz, im UN-Jargon COP28 genannt, sei eine Chance fĂŒr die Welt, gemeinsam mutige Entscheidungen zu treffen. Die Transformation hin zu einem Wirtschaften ohne Kohle, Gas und Ăl passiere lĂ€ngst - in Afrika, in Lateinamerika, in Asien. «Diese Dynamik und der klare wissenschaftliche Befund, dass das fossile Wirtschaftsmodell ein Auslaufmodell ist, lassen mich auf ein gutes COP-Ergebnis hoffen.»
Die Staatengemeinschaft hatte 2015 in Paris beschlossen, die ErderwĂ€rmung auf unter 2 Grad zu begrenzen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, möglichst sogar 1,5 Grad. Zurzeit steuert der Planet laut dem UN-Umweltprogramm UNEP auf eine fast 3 Grad wĂ€rmere Welt zu - mit fatalen Folgen wie immer hĂ€ufigeren und schwereren StĂŒrmen, DĂŒrren, WaldbrĂ€nden, Hitzewellen und Ăberschwemmungen.
COP28 soll starkes Signal senden
Morgan sagte, nötig sei ein «Dreiklang» bei der Beschleunigung der globalen Energiewende: eine weltweite Verdreifachung bei den erneuerbaren Energien, eine Verdoppelung der Energieeffizienzrate, und ein schrittweiser, gerechter Ausstieg aus fossilen EnergietrÀgern, zunÀchst insbesondere aus der Kohle. «Ohne den Ausstieg aus Fossilen werden wir es nicht schaffen, die Treibhausgasemissionen bis 2030 zu halbieren und eine 1,5 Grad-Welt in Reichweite zu halten», sagte Morgan. «Wichtig ist, dass COP28 ein starkes Signal sendet.»
Lobend Ă€uĂerte sich die frĂŒhere Greenpeace-Chefin ĂŒber einen neuen Fonds zum Ausgleich von Verlusten und SchĂ€den in armen LĂ€ndern, in den alle Staaten freiwillig einzahlen sollen. Dieser stelle sicher, dass die am schwersten von der Klimakrise betroffenen EntwicklungslĂ€nder möglichst schnell UnterstĂŒtzung erhielten und dass alle Staaten, die dazu in der Lage sind, nun auch finanziell etwas beitragen.
«Dazu gehören neben den Industriestaaten wie Deutschland auch andere wohlhabende LĂ€nder - insbesondere Staaten, die mit fossilen Energien viel Geld verdienen und solche, die zu den gröĂten Verursachern von Treibhausgasen gehören.» AuĂenministerin Annalena Baerbock hatte Mitte des Monats namentlich die Ăl- und Gas-Staaten am Golf und auch China aufgefordert, in den Fonds einzuzahlen.


