Kommunale SpitzenverbÀnde: «Schuldenberge explodieren»
22.06.2026 - 12:13:29 | dpa.de
Die Kassen der Kommunen sind leer: Die kommunalen SpitzenverbĂ€nde appellieren an Bund und LĂ€nder, Verantwortung zu ĂŒbernehmen. Die RĂŒcklagen seien vielerorts aufgebraucht. Wenn es so weitergehe, dann heiĂe das, dass die Schuldenberge der Kommunen «regelrecht explodieren», warnte Achim Brötel, PrĂ€sident des Deutschen Landkreistages (DLT) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der drei VerbĂ€nde.
FĂŒr das laufende Jahr erwarten die VerbĂ€nde ein Defizit von 29,7 Milliarden Euro. Auch mit Blick auf die kommenden Jahre sei der Befund «dramatisch», betone Brötel. Konkret rechne man im kommenden Jahr mit einem Kosten-Defizit von 29,6 Milliarden Euro, 2028 mit einem Minus von 28,9 Milliarden Euro. «Wir dĂŒrfen uns nicht an schlechte Zahlen gewöhnen. Wenn GebĂ€ude und StraĂen anfangen zu bröckeln, dann bröckelt auch das Vertrauen der Menschen in die HandlungsfĂ€higkeit des Staates.»Â
Bundesweiter Aktionstag: «Kommunen am Limit»
Am Donnerstag treffen sich die Regierungschefinnen und Regierungschefs der LÀnder mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin. Hierbei könnte unter anderem eine Finanzreform auf den Weg gebracht werden. Dabei geht es unter anderem um den Grundsatz der VeranlassungskonnexitÀt (also: «wer bestellt, der bezahlt») - eine der Forderungen der VerbÀnde.
Die VerbÀnde hatten StÀdte, Landkreise und Gemeinden im Vorhinein bundesweit zu einem Aktionstag unter dem Motto «Kommunen am Limit» aufgerufen. Damit wollen sie eigenen Angaben zufolge auf die «dramatische» Finanzlage aufmerksam machen sowie Bund und LÀnder dazu auffordern, gegenzusteuern, wie der Landkreistag mitteilte.
