«Ende GelÀnde» ist extremistischer Verdachtsfall
18.06.2024 - 10:17:17Der Verfassungsschutz hat die radikale Klimaschutz-Bewegung «Ende GelÀnde» als linksextremistischen Verdachtsfall eingestuft. Damit kann der Inlandsgeheimdienst zur Beurteilung der AktivitÀten nun auch nachrichtendienstliche Mittel nutzen, wie etwa Observation oder Informanten.
Im Verfassungsschutzbericht fĂŒr das Jahr 2023, der heute veröffentlicht wurde, ist von einer «VerschĂ€rfung von Aktionsformen bis hin zur Sabotage» die Rede. Grundsatzpapiere von «Ende GelĂ€nde» lassen nach EinschĂ€tzung des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz zudem «deutlich eine Radikalisierung im Hinblick auf die vorherrschenden ideologischen Positionen der Gruppierung erkennen». Im April hatten rund 100 Klimaaktivisten der Gruppe in Gelsenkirchen das Uniper-Steinkohlekraftwerk Scholven blockiert.
Mehr Menschen im extremistischen Spektrum
Insgesamt hat der Verfassungsschutz im vergangenen Jahr einen Zuwachs sowohl bei Linksextremismus als auch im Rechtsextremismus festgestellt. Dem Bericht zufolge stieg die Zahl derjenigen, die dem linksextremistischen Spektrum zugerechnet werden, um rund 500 Menschen auf rund 37.000 Menschen an. Rund 11 200 Linksextremisten galten im vergangenen Jahr als gewaltbereit. Das waren 3,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Ăhnlich verlief die Entwicklung im rechtsextremistischen Spektrum. Der Verfassungsschutz schĂ€tzte hier 14.500 von insgesamt rund 40.600 Rechtsextremisten als gewaltbereit ein. Den Parteien Heimat (vormals NPD) und Die Rechte rechnet der Nachrichtendienst inzwischen weniger Mitglieder zu als noch vor Jahresfrist.
Anders sieht es bei der AfD aus, die der Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachtet. Aus den Reihen der AfD und ihrer Nachwuchsorganisation, Junge Alternative (JA), rechnet das Bundesamt inzwischen 11.300 Mitglieder dem rechtsextremistischen Personenpotenzial zu, wobei Doppelmitgliedschaften in Partei und JA abgezogen sind.
Im Verfassungsschutzbericht fĂŒr das Jahr 2022 waren rund 10.200 AfD-Mitglieder und JA-Angehörige aufgefĂŒhrt worden. Um das extremistische Potenzial innerhalb der AfD einzuschĂ€tzen, hatte sich der Verfassungsschutz damals auf die Wahl- und Abstimmungsergebnisse beim Bundesparteitag 2022 in Riesa sowie auf ĂuĂerungen von ParteifunktionĂ€ren berufen.
Im aktuellen Bericht heiĂt es: «Es besteht weiterhin eine - wenn auch signifikant abnehmende - HeterogenitĂ€t innerhalb der Partei, sodass nicht alle Parteimitglieder als AnhĂ€nger extremistischer Strömungen betrachtet werden können.» Die AfD hat seit 2022 nach eigenen Angaben netto Mitglieder dazugewonnen.





