Produktion/Absatz, Wettbewerb

Kommunen kritisieren 'Vertrauensbruch' wegen FluglÀrm-PlÀnen

06.06.2025 - 15:54:59

An der vom Betreiber des Frankfurter Flughafens geplanten Neuverteilung von FluglÀrm gibt es weiter scharfe Kritik.

In einer Stellungnahme der Kommission zur Abwehr des FluglĂ€rms, in der die Anrainerkommunen vertreten sind, ist von einem schweren Vertrauensbruch die Rede. Die FluglĂ€rmkommission (FLK) forderte das Land Hessen auf, umgehend zu prĂŒfen, ob das neue Betriebskonzept noch mit dem Planfeststellungsbeschluss vereinbar sei.

Der FLK-Vorsitzende Paul-Gerhard Weiß sprach von einem tiefgreifenden Bruch mit den PrĂ€missen, auf denen der Ausbau des Flughafens rechtlich und politisch beruhte. Damals sei zugesagt worden, eine Doppelbelastung der am stĂ€rksten betroffenen Kommunen zu vermeiden. Nun solle diese einseitig aufgegeben werden, ohne die Betroffenen einzubeziehen.

Die GlaubwĂŒrdigkeit der Flughafenpolitik stehe auf dem Spiel: "Wenn Zusagen von damals heute nichts mehr gelten, untergrĂ€bt das nicht nur das Vertrauen in die Institutionen, sondern auch in das gesamte rechtliche Verfahren", erklĂ€rte Weiß, der Stadtrat von Offenbach ist. An dem Konzept sei hinter verschlossenen TĂŒren gearbeitet worden. Es sei erst auf DrĂ€ngen der stark betroffenen Stadt Hochheim offensichtlich geworden.

Änderungen bei AbflĂŒgen

Die Betreibergesellschaft Fraport DE0005773303 und die Deutsche Flugsicherung (DFS) hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass sie ein neues Betriebskonzept fĂŒr den grĂ¶ĂŸten deutschen Flughafen erarbeiten. Die Änderungen betreffen AbflĂŒge bei Flugbetrieb in Betriebsrichtung West, die in Frankfurt an etwa 70 Prozent aller Tage geflogen wird. Hintergrund ist die steigende Zahl von Flugbewegungen, die bis zum Jahr 2033 erwartet wird.

Der Flughafenbetreiber Fraport erklĂ€rte zur Kritik der FLK, die Arbeiten an dem Konzept seien noch nicht abgeschlossen. Der aktuelle Stand sei den Anrainerkommunen vorgestellt worden. In den kommenden Monaten wĂŒrden alle beteiligten Organisationen, Ministerien, Aufsichtsbehörden und Gremien weiter eingebunden.

Die DFS betonte, die betroffenen Kommunen seien vergangene Woche vorab informiert worden. "Dabei haben wir ausdrĂŒcklich eine Befassung der FluglĂ€rmkommission Frankfurt angeregt", erklĂ€rte eine Sprecherin. Der Austausch mit den kommunalen Vertretern sowie der Landesregierung werde fortgesetzt.

Von Seite der Landesregierung lag zunÀchst keine Stellungnahme vor.

"Wir fĂŒhlen uns ĂŒberrumpelt und getĂ€uscht", wird Manfred Ockel zitiert, stellvertretender FLK-Vorsitzender und BĂŒrgermeister von Kelsterbach: "Die DFS hat uns jahrelang mit Arbeiten an Lösungen vertröstet - gleichzeitig wurde im Hintergrund an einer Erhöhung der Belastung unter den NordwestabflĂŒgen gearbeitet. Ein solches Vorgehen ist völlig inakzeptabel."

Kritik kam auch von der Mainzer Umweltdezernentin und stellvertretenden FLK-Vorsitzenden Janina SteinkrĂŒger. Das Vertrauen, zwischen Kommission, Flughafenbetreiber und DFS sei schwer beschĂ€digt, erklĂ€rte sie.

@ dpa.de | DE0005773303 PRODUKTION/ABSATZ