Kartellamt, Klinik-QualitÀt

Kartellamt befĂŒrchtet schlechtere Klinik-QualitĂ€t nach Reform

02.01.2025 - 00:00:00

Andreas Mundt, PrÀsident des Bundeskartellamtes, sieht die vom Bundestag beschlossene Krankenhausreform kritisch, weil es keine Fusionskontrolle durch das Kartellamt mehr gÀbe.

Mundt der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe): "Ein Reformbedarf im Krankenhaussektor ist offenkundig. Aber wir kritisieren, dass die LĂ€nder jetzt jegliche ZusammenschlĂŒsse von KrankenhĂ€usern freigeben können, ohne dass es noch eine wettbewerbliche Fusionskontrolle durch uns gibt. Nun droht, dass die Patienten an manchen Orten keine Auswahl mehr haben, was dann wiederum indirekt auf die QualitĂ€t drĂŒcken kann." Außerdem wies Mundt die Forderungen des designierten US-VizeprĂ€sidenten JD Vance zurĂŒck, den Nachrichtendienst X (frĂŒher Twitter) in der EU nicht zu regulieren.

"Zu X kann ich nur sagen, dass Unternehmen, die in Europa GeschĂ€fte machen wollen, sich auch an das hier geltende Recht und Gesetz halten mĂŒssen. Das ist nicht verhandelbar." Beim Konzern Meta, der unter anderem Instagram und Facebook betreibt, sei man einen Schritt weiter: "Meta folgt unseren wesentlichen Forderungen. Die Kunden haben jetzt Wahlfreiheit, ob ihre Daten bei Meta-Diensten wie Facebook oder Instagram zusammengefĂŒhrt werden und auch wie und ob extern gesammelte Daten abgespeichert und genutzt werden dĂŒrfen. Wenn sie das nicht wollen, können sie jetzt trotzdem die Dienste nutzen. Das war vor unserem Verfahren nicht so." Er rĂ€t Kunden, sich zu informieren: "Ich kann nur den Rat geben, sich die Wahlmöglichkeiten genauer anzuschauen. Wir haben uns bei den GesprĂ€chen mit Meta große MĂŒhe gegeben, damit die Nutzer mögliche Optionen der Datennutzung gut nachvollziehen können." Das Bundeskartellamt will ferner die aktuell zeitweise extrem hohen Strompreise an den Strombörsen ĂŒberprĂŒfen. "Wir monitoren die Preisbildung am Strommarkt fortlaufend und engmaschig", so Mundt. "Der Winter 2024/2025 ist der erste, den wir mit einem reduzierten Kraftwerkspark angehen. Zunehmende PreisausschlĂ€ge nach oben waren daher zu erwarten, und sie können ein normales und unverfĂ€lschtes Marktergebnis sein. Aber um sicherzugehen, werden wir uns die Preisbildung wĂ€hrend der Dunkelflaute sehr genau ansehen", fĂŒhrte Mundt weiter aus. Damit mehr Elektroautos verkauft werden, sei mehr Wettbewerb bei LadesĂ€ulen notwendig, sagte der Kartellamts-PrĂ€sident: "Es ist nicht gut, dass viele Kommunen die FlĂ€chen fĂŒr LadesĂ€ulen vorrangig an das eigene Stadtwerk oder an nur einen Anbieter vergeben. Die Kunden haben nur Wahlfreiheit, wenn sie in einem nicht allzu weiten Umfeld LadesĂ€ulen mehrerer Anbieter anfahren können. Um die Anbietervielfalt kĂŒnftig zu stĂ€rken, sollte insbesondere bei Vergaben die begrenzte lokale Reichweite der betroffenen MĂ€rkte berĂŒcksichtigt werden."

@ dts-nachrichtenagentur.de