Umweltbundesamt pocht nach Zertifikate-Skandal auf bessere Kontrolle
15.06.2024 - 11:10:2575 Projekte wurden genehmigt, deutlich mehr als die HĂ€lfte steht mittlerweile unter Betrugsverdacht. Das Programm soll nun zwei Jahre frĂŒher als geplant eingestellt werden. Verantwortlich fĂŒr die Genehmigungen war das UBA, das laut Messner bereits Ende August 2023 erste Hinweise auf den möglichen Betrug erhalten habe. Trotz der angeblich erkannten "abstrakten Betrugsgefahr" gab es nur genau zwei Mitarbeiter, die beim UBA das gesamte System kontrollieren sollten. "Der Routinevollzug der Kontrollen der Klimaschutzprojekte im Ausland war spartanisch aufgestellt", so Messner. Der Bundestag habe dem Umweltbundesamt nur zwei Stellen bewilligt. "Der ĂberprĂŒfungsmechanismus basiert auf dem Vertrauen in die Verifizierer und Validierer", sagte Messner weiter. "Wir kommen mit Kontrollen vom Schreibtisch, mit noch so guten Satellitenbildern, mit immer neuen Nachfragen bei Validieren, Zertifizieren und ProjekttrĂ€gern an die Grenzen der Nachweisbarkeit." Man mĂŒsse die VerdachtsfĂ€lle vor Ort in China "mit einer internationalen Mission" ĂŒberprĂŒfen können. "Dass das System vorzeitig beendet wird, war wegen der abstrakten Betrugsgefahr ohnehin geplant", sagte der UBA-PrĂ€sident. Wann genau die ersten GesprĂ€che ĂŒber einen vorzeitigen Stopp gefĂŒhrt wurden, konnte die Behörde zunĂ€chst nicht beantworten. Im Mai stellte das UBA Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Berlin. Die politische und juristische Aufarbeitung des mutmaĂlichen Betrugsskandals ist auch deshalb entscheidend, weil das Problem mit dem vorzeitigen Stopp der Klimaschutzprojekte im Ausland nicht gelöst ist. "Wir mĂŒssen in Zukunft viel grĂŒnen Wasserstoff importieren, der sich chemisch nicht von anderem Wasserstoff unterscheidet", sagte Messner. Deshalb werde man auch beim Wasserstoff und anderen Produkten die Herkunft zertifizieren mĂŒssen und werde "vor den gleichen Herausforderungen stehen, wie bei den Klimaschutzprojekten im Ausland", so der UBA-Chef. "Wir arbeiten bereits daran, wie man da fĂŒr die Zukunft bessere regulatorische Vorgaben machen kann."


