Rettungsdienste, Ausweitung

Rettungsdienste fordern Ausweitung der Luftrettung

23.03.2024 - 01:16:44

Angesichts der sich abzeichnenden AusdĂŒnnung von KrankenhĂ€usern im lĂ€ndlichen Bereich fordern VerbĂ€nde und Politiker aus mehreren Parteien eine Ausweitung der Luftrettung.

"Das Intervall von 30 Minuten wird angesichts der AusdĂŒnnung der Kliniken im lĂ€ndlichen Raum kĂŒnftig nur durch einen verstĂ€rkten Einsatz der Luftrettung möglich sein", sagte Marco König, erster Vorsitzender des Deutschen Berufsverbands Rettungsdienst (DBRD), der "Welt am Sonntag". Er nahm Bezug auf das im Referentenentwurf der Krankenhausreform vorgesehene Intervall von 30 Minuten, in denen das nĂ€chste Krankenhaus mit allgemeiner Chirurgie per Auto erreichbar sein soll. Krystian Pracz, Vorstandschef der DRF Luftrettung, spricht sich fĂŒr eine Ausweitung von RettungsflĂŒgen in der DĂ€mmerung und der Nacht aus, sieht jedoch regulatorische HĂŒrden. "Genehmigungen fĂŒr NachtflĂŒge sind sehr schwer zu bekommen, da viele BĂŒrger sich von dem LĂ€rm der Helikopter gestört fĂŒhlen", so Pracz. Janosch Dahmen, gesundheitspolitischer Sprecher der GrĂŒnen, sieht die Bedeutung der Luftrettung zunehmen.

"Neben gesetzlichen Anpassungen zur Ermöglichung von Instrumentenflugverfahren fĂŒr Rettungshubschrauber bei schlechten WetterverhĂ€ltnissen, mĂŒssen auch die Anzahl der bei Dunkelheit verfĂŒgbaren Luftrettungsmittel flĂ€chendeckend erhöht werden", forderte Dahmen in der "Welt am Sonntag". "ZusĂ€tzlich bedarf es auch einem flĂ€chendeckenden Ausbau und der Modernisierung von LandeplĂ€tzen an KrankenhĂ€usern." Auch Andrew Ullmann, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, fordert den Ausbau der Luftrettung. "Die Krankenhausreform bietet den LĂ€ndern die Möglichkeit, die Notfallversorgung so auszugestalten, dass jeder Notfall schnell und adĂ€quat behandelt wird. Dazu gehört auch explizit der Ausbau der Luftrettung, denn bereits heute ist der Transport in die örtlich naheliegendste Klinik nicht immer die beste Klinik", so Ullmann. Tino Sorge, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sieht in der Luftrettung einen wesentlichen Part der zukĂŒnftigen Erstversorgung: "Die Luftrettung könnte die Notfallversorgung in Zukunft noch viel stĂ€rker unterstĂŒtzen, gerade in entlegenen Gegenden", sagte Sorge. "Geht es um NotfĂ€lle, darf es keine RĂŒcksicht auf Nachtflugverbote geben. Niemand kĂ€me auf die Idee, bei Notarztwagen die Überschreitung von Geschwindigkeitsbegrenzungen zu ahnden oder fĂŒr sie gar ein Nachtfahrverbot zu verhĂ€ngen."

@ dts-nachrichtenagentur.de