Brasilien

Brasiliens PrÀsident will mit Merz den Multilateralismus stÀrken

17.04.2026 - 07:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Angesichts zunehmender globaler Spannungen setzt der brasilianische StaatsprÀsident Lula da Silva auf eine "strategische Partnerschaft" mit Deutschland, um den Multilateralismus zu stÀrken.

Luiz InĂĄcio Lula da Silva (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Ich bin ĂŒberzeugt, dass der Multilateralismus alternativlos ist", schreibt da Silva in einem Gastbeitrag fĂŒr den "Tagesspiegel" und das "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). "Nur durch ihn können wir den Forderungen unserer Völker und der gesamten Menschheit nach Frieden, Nachhaltigkeit und geteiltem Wohlstand gerecht werden."

Brasilien ist Partnerland bei der Hannover Messe, die an diesem Wochenende beginnen soll. Er habe die Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz nach Hannover angenommen, um die Partnerschaft zwischen Brasilien und Deutschland weiter zu vertiefen, schreibt Lula da Silva. "WĂ€hrend die globale InstabilitĂ€t zunimmt, setzen unsere LĂ€nder auf Dialog und Zusammenarbeit, um konkrete Lösungen fĂŒr die großen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln."

Man erlebe gerade "einen besonders kritischen Moment der Weltpolitik", so da Silva. "Der Unilateralismus nimmt zu, das Recht des StĂ€rkeren drĂ€ngt sich vor, die MilitĂ€rausgaben erreichen mit rund 2,7 Billionen US-Dollar einen neuen Rekord - dabei genĂŒgten nur vier Prozent dieses Betrags, um den Hunger in der Welt zu beenden."

Zudem wĂŒrden Zollstreitigkeiten das HandelsgefĂŒge durcheinanderbringen und Ungleichheiten vertiefen. In diesem Zusammenhang hob der brasilianische PrĂ€sident die Bedeutung des Freihandelsabkommens zwischen der EuropĂ€ischen Union und der sĂŒdamerikanischen Wirtschaftsorganisation Mercosur hervor, das im Januar unterzeichnet und ab 1. Mai 2026 vorlĂ€ufig angewendet werden soll.

"Das Abkommen erweitert den Zugang zu MĂ€rkten, schafft klare, vorhersehbare Regeln und bietet so Raum fĂŒr die Ausweitung von Investitionen, Exporten und Produktionsketten auf beiden Seiten des Atlantiks", schreibt der brasilianische PrĂ€sident. "Sein wahrer Erfolg wird daran gemessen werden, wie schnell seine VorzĂŒge Fabriken, Landwirtschaft, Supermarktregale und die Geldbörsen der BĂŒrger erreichen. Sein Erfolg wird zeigen, dass beide Seiten von multilateralen Lösungen profitieren."

Brasilien ist in diesem Jahr erstmals seit mehr als 40 Jahren wieder Partnerland der Messe Hannover und dort mit 140 Unternehmen vertreten. Gemeinsam mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll der brasilianische PrÀsident Lula da Silva am Sonntag die Industriemesse eröffnen.

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