Apple: 900 Millionen Dollar Mehrkosten durch Trumps Zölle
02.05.2025 - 06:21:27FĂŒr die Zeit danach wagte Konzernchef Tim Cook keine Prognose - "weil ich nicht sicher bin, was mit den Zöllen passiert".
Apple ist nach Trumps Zoll-AnkĂŒndigungen gerade dabei, Lieferungen umzuleiten, um in den USA mehr GerĂ€te aus LĂ€ndern wie Indien und Vietnam statt aus China zu verkaufen. AuĂerdem ist der Konzern Medienberichten zufolge dabei, die Produktion in Indien stark auszubauen.
Neue SchlĂŒsselrolle fĂŒr Vietnam
Schon zuletzt kamen rund 50 Prozent der in den USA verkauften iPhones aus Indien - und in den kommenden Monaten werde es die Mehrheit sein, sagte Cook. Und mit iPads, Mac-Computern und Apple-Uhren werde der Konzern den US-Markt fast ausschlieĂlich aus Vietnam beliefern.
Der GroĂteil der Apple-GerĂ€te wird nach wie vor in gewaltigen Fabrik-Anlagen in China gebaut, auch wenn der Konzern die Produktion in anderen LĂ€ndern seit EngpĂ€ssen wegen chinesischer Covid-Lockdowns ausbaute. Deswegen schĂ€tzten Marktexperten die Folgen von Trumps Zoll-Rundumschlag fĂŒr Apple als potenziell besonders gravierend ein.
Trump hatte Anfang April zusĂ€tzliche Importzölle verhĂ€ngt. FĂŒr Waren aus China addierten sich die Abgaben damit auf 145 Prozent, bei Vietnam waren es 46 Prozent und 26 Prozent im Fall von Indien. Die Zusatzzölle setzte Trump dann aber fĂŒr fast alle LĂ€nder fĂŒr 90 Tage aus - auch wenn eine Mindestabgabe von zehn Prozent blieb. Die China-Zölle belieĂ er zwar in Kraft, aber nahm Elektronik wie Smartphones und Laptops von den zusĂ€tzlichen 125 Prozent vorlĂ€ufig aus. Zugleich könnten sie aber unter kĂŒnftige Halbleiter-Zölle fallen. Diese Gemengelage gibt ein Bild davon, warum Cook sich nicht zu einer Prognose in der Lage sah.
Auf die Frage, ob die Zölle auch zu Preiserhöhungen fĂŒhren könnten, sagte Cook, der Konzern werde weiterhin Lieferkette und LagerbestĂ€nde optimieren, "soweit wir das können".
Deckten sich Amerikaner mit iPhones ein?
Analysten hatten gemutmaĂt, dass US-Kunden sich in den vergangenen Monaten aus Angst vor Preiserhöhungen verstĂ€rkt mit iPhones eingedeckt haben könnten. Cook sagte allerdings, Apple sah im vergangenen Quartal keine Hinweise fĂŒr solche vorgezogenen KĂ€ufe.
Die iPhone-UmsÀtze stiegen von 45,96 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal auf nun 46,84 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit rund einer Milliarde Dollar weniger gerechnet. Das iPhone ist das mit Abstand wichtigste Apple-Produkt und machte zuletzt knapp die HÀlfte des GeschÀfts aus.
Besseres China-GeschÀft
Insgesamt stieg der Konzernumsatz im Jahresvergleich um fĂŒnf Prozent auf 95,4 Milliarden Dollar (84,50 Mrd Euro). Auch das lag ĂŒber den Markterwartungen. Unterm Strich verdiente Apple 24,78 Milliarden Dollar nach einem Gewinn von knapp 23,64 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.
Lediglich in der Dienstleistungs-Sparte mit Erlösen aus dem App- und Abo-GeschÀft verfehlte Apple leicht die Analystenerwartungen. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel um rund 3,8 Prozent nach.
In der Region China, in der Apple auch VerkĂ€ufe in Taiwan und Hongkong verbucht, sanken die Erlöse im Jahresvergleich um rund zwei Prozent auf 16 Milliarden Dollar. Im Schlussquartal 2024 hatte es allerdings noch ein Minus von elf Prozent gegeben. Cook sagte, ein Grund fĂŒr die bessere Entwicklung seien Konjunkturhilfen der Regierung fĂŒr chinesische Verbraucher gewesen. Analysten hatten nicht ausgeschlossen, dass der Handelskonflikt die Chinesen zu einer Abkehr von Apple-Produkten veranlassen könnte.

