Heil: Deutlich anstÀndigere Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen
17.02.2024 - 07:13:41"Ich bin froh, dass wir jetzt deutlich anstÀndigere Arbeitsbedingungen haben", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Das 2021 beschlossene Verbot von WerkvertrÀgen und Leiharbeit in der Fleischindustrie habe die strukturellen MissstÀnde beseitigt. Das belege eine wissenschaftliche Untersuchung im Auftrag des Arbeitsministeriums.
Im Kernbereich - Schlachtung, Zerlegung, Verarbeitung - seien die BeschĂ€ftigten jetzt direkt bei den Schlachthöfen und nicht mehr bei Subunternehmen angestellt. "Wir haben mit einer digitalen Arbeitszeitaufzeichnung dafĂŒr gesorgt, dass nicht mehr ĂŒber die Arbeitszeit betrogen werden kann", sagte Heil. Dies habe auch Auswirkungen auf den Arbeitsschutz: Die Zahl der Verletzungen in Schlachthöfen sei zurĂŒckgegangen.
Zugleich nahm der Minister die BundeslÀnder in die Pflicht, die Einhaltung der Vorschriften hart zu kontrollieren. "In manchen BundeslÀndern sind die Arbeitsschutzbehörden leider zusammengestrichen worden", kritisierte er. "Dank unseres Gesetzes stellen die meisten LÀnder jetzt aber verstÀrkt ein, und wir stehen am Beginn einer Trendumkehr."
Heil kĂŒndigte an, die Ausnahmeregelung fĂŒr den Bereich der Fleischverarbeitung - bis 1. April kann dort noch Leiharbeit in Anspruch genommen werden - nicht zu entfristen. "Sie wird auslaufen", sagte der Minister. "In dieser Frage halte ich mich an die Ăberzeugung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-GaststĂ€tten. Leiharbeit wird aus Schlachthöfen komplett verschwinden." Heil trat zugleich BefĂŒrchtungen entgegen, die strengeren Vorschriften fĂŒhrten zu einer Verlagerung der Fleischproduktion ins Ausland.
ZurĂŒckhaltend Ă€uĂerte sich Heil zu Ăberlegungen, das Verbot von Leiharbeit und WerkvertrĂ€gen auf weitere Branchen auszuweiten: "Man muss in jeder Branche genau hingucken. Aber das ganz scharfe Schwert eines Verbots von WerkvertrĂ€gen und Leiharbeit muss auch vor Gerichten bestehen können."

