Asylpolitik: Schlagabtausch zwischen Faeser und Union
04.03.2024 - 11:36:58 | dpa.de
Vor dem fĂŒr Mittwoch geplanten GesprĂ€ch zur Asylpolitik zwischen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und den MinisterprĂ€sidenten schieben sich Bund und LĂ€nder die Verantwortung fĂŒr fehlenden Fortschritt zu. Die Umsetzung wichtiger BeschlĂŒsse, auf die man sich beim zurĂŒckliegenden Treffen im November geeinigt habe, seien an der «UntĂ€tigkeit dieser Bundesregierung» gescheitert, sagte der nordrhein-westfĂ€lische MinisterprĂ€sident, Hendrik WĂŒst (CDU), dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Nicht oder nur teilweise umgesetzt worden sei die Beschleunigung der Asylverfahren von Menschen aus Staaten mit geringer Anerkennungsquote, die weitere StĂ€rkung der europĂ€ischen Grenzagentur Frontex, die Erneuerung des EU-TĂŒrkei-Abkommens, die PrĂŒfung, ob Asylverfahren auĂerhalb Europas möglich wĂ€ren, sowie Migrationsabkommen mit wichtigen HerkunftslĂ€ndern von Asylsuchenden. Darunter litten die StĂ€dte und Gemeinden ebenso wie FlĂŒchtlinge, die Hilfe benötigten.
Faeser: LĂ€ngerer Ausreisegewahrsam und weitere Regelungen
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) verwies dagegen auf das beschlossene Gesetzespaket mit «restriktiven Regelungen fĂŒr mehr und schnellere RĂŒckfĂŒhrungen». Die Reform sieht fĂŒr die Behörden mehr Möglichkeiten vor, Ausreisepflichtige aufzufinden und ein Untertauchen zu verhindern. Beispielsweise wird die Höchstdauer des Ausreisegewahrsams von bislang 10 Tagen auf 28 Tage verlĂ€ngert. AuĂerdem sollen Behördenvertreter in GemeinschaftsunterkĂŒnften auch andere RĂ€ume als das Zimmer des Abzuschiebenden betreten dĂŒrfen. «Die fĂŒr RĂŒckfĂŒhrungen verantwortlichen LĂ€nder können diese Regelungen nun nutzen. Von der Bundespolizei werden sie dafĂŒr jede UnterstĂŒtzung erhalten», sagte sie der «SĂŒddeutschen Zeitung».
Rund 329.000 Menschen hatten im vergangenen Jahr in Deutschland einen Erstantrag auf Asyl gestellt - etwa 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Die mehr als eine Million FlĂŒchtlinge aus der Ukraine, die seit Kriegsbeginn Ende Februar 2022 nach Deutschland kamen, sind in der aktuellen Statistik nicht erfasst, da sie kein Asyl beantragen mĂŒssen. Faeser hatte kĂŒrzlich eine Aufstockung des Personals angekĂŒndigt. Sie sagte der Zeitung: «Mit 1160 zusĂ€tzlichen KrĂ€ften beim Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge und 300 Millionen Euro zusĂ€tzlich fĂŒr die Digitalisierung und Beschleunigung der Asylverfahren zeigen wir, dass wir Tempo machen.» Dies mĂŒsse auf allen Ebenen passieren, auch in den AuslĂ€nderbehörden.
Am Wochenende hatten bereits Bayerns MinisterprÀsident Markus Söder (CSU) und der hessische Regierungschef Boris Rhein (CDU) von der Bundesregierung ein Umsteuern in der Asylpolitik gefordert.
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