Atomkraftgegner, Uran-GeschÀfte

Atomkraftgegner fordern Ende der Uran-GeschÀfte mit Kreml

09.06.2025 - 11:16:57

Atomkraftgegner im Emsland haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgefordert, GeschÀfte zwischen der Brennelemente-Fabrik in Lingen und russischen Konzernen zu beenden.

"Wir fordern endlich ein klares Stopp-Signal fĂŒr sĂ€mtliche Atom-Kooperationen mit dem Kreml", sagte Alexander Vent vom BĂŒndnis AgiEL - Atomkraftgegner:innen im Emsland.

Anlass der Forderung von Anti-Atomkraft-Initiativen ist eine erwartete Uranlieferung fĂŒr Lingen, nachdem der russische Frachter "Baltiyskiy 202" am Sonntag aus St. Petersburg kommend in Rotterdam vor Anker gegangen sei. Von dort aus solle die Lieferung per Lkw weiter ins Emsland gehen.

Zudem kritisieren die Anti-Atomkraft-Organisationen Versuche des Betreibers in Lingen, der französische Atomkonzern Framatome, das Ausmaß der Kooperation mit dem russischen Konzern Rosatom herunterzuspielen. So bezieht Framatome nicht nur in wachsendem Ausmaß Uran aus Russland fĂŒr die Brennelemente-Herstellung - in 2024 waren die Importe gegenĂŒber 2023 laut niedersĂ€chsischem Umweltministerium um 66 Prozent gestiegen. Framatome wolle darĂŒber hinaus sogar die Brennelemente-Herstellung in Lingen in Zukunft durch ein Joint Venture gemeinsam mit Rosatom vorantreiben.

Die in Lingen ansĂ€ssige Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF), eine Tochtergesellschaft des Framatome-Konzerns, will dort Brennelemente fĂŒr russische Reaktortypen herstellen, die sich in Bulgarien, der Tschechischen Republik, Finnland, Ungarn und der Slowakei befinden. Dazu hat Framatome bereits 2021 eine Kooperation mit dem Staatskonzern Rosatom geschlossen.

Auch Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer forderte Anfang 2025 Sanktionen. GeschĂ€fte mit dem "Kriegstreiber" Putin sollten gerade im sensiblen Atombereich unterbleiben, verlangte der GrĂŒnen-Politiker mit Blick auf den russischen PrĂ€sidenten. Es gebe Alternativen, das Uran könne aus demokratischen LĂ€ndern wie Kanada oder Australien kommen.

"Die Sicherheitsbehörden warnen stĂ€ndig vor den wachsenden hybriden Bedrohungen durch Spionage und Sabotage. Doch im Emsland wird einfach weggeschaut, wenn Atomspezialisten von Rosatom sogar persönlichen Kontakt zu Mitarbeitern der Brennelemente-Fabrik aufnehmen können", erklĂ€rte Matthias Eickhoff vom AktionsbĂŒndnis MĂŒnsterland gegen Atomanlagen. Die Atomkraftgegner erwarten auch vom Umweltministerium in Hannover eine klare Ablehnung des Antrags zur intensiven Zusammenarbeit mit Rosatom.

@ dpa.de