Zverev, Grand-Slam-Titel

Zverev verpasst Grand-Slam-Titel bei Australian Open

26.01.2025 - 12:30:58

Auch im dritten Grand-Slam-Finale reicht es fĂŒr Alexander Zverev nicht zum ersehnten Triumph. Der deutsche Tennisstar muss sich dem Italiener Jannik Sinner geschlagen geben.

Alexander Zverev senkte den Kopf, gratulierte seinem ĂŒbermĂ€chtigen Gegner fair am Netz und ließ sich enttĂ€uscht auf der Bank nieder. Der deutsche Tennisstar hat die Krönung bei den Australian Open im Final-Showdown gegen Jannik Sinner verpasst und muss weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten. Der 27-JĂ€hrige verlor gegen den Weltranglistenersten und Titelverteidiger aus Italien verdient mit 3:6, 6:7 (4:7), 3:6.

Zverevs Final-Trauma setzte sich in der Rod Laver Arena fort. Nach den US Open 2020 und den French Open im Vorjahr kassierte der Hamburger nun auch in Melbourne eine Niederlage beim letzten Schritt Richtung Grand-Slam-Turniersieg. In der Geschichte des Profitennis hatten vor ihm nur fĂŒnf Spieler ihre ersten drei Grand-Slam-Finals verloren. 

Bei einem Sieg gegen Sinner hĂ€tte sich Zverev zum ersten deutschen Grand-Slam-Turniersieger bei den MĂ€nnern seit 29 Jahren gekĂŒrt. Damals hatte Boris Becker in Melbourne triumphiert. Neben Becker konnten aus Deutschland auch Steffi Graf, Michael Stich und Angelique Kerber Grand-Slam-Titel in der ProfiĂ€ra feiern.

Sinner schreibt Geschichte

Sinner, der seinen 21. Sieg in Serie holte, schrieb dagegen Tennis-Geschichte fĂŒr sein Heimatland. Er ist mit drei Grand-Slam-Titeln der erfolgreichste Spieler Italiens - und das im Alter von gerade mal 23 Jahren. ZusĂ€tzlich zum Prestigegewinn streicht Sinner auch noch ein Preisgeld in Höhe von umgerechnet 2,11 Millionen Euro ein. Zverev darf sich immerhin mit einer PrĂ€mie von 1,14 Millionen Euro trösten. 

Am australischen Nationalfeiertag hatte Zverev in den Aufschlagspielen seines Gegners kaum Zugriff. Er selbst hatte grĂ¶ĂŸere Probleme, sein Service durchzubringen. Nach zwei abgewehrten BreakbĂ€llen beim Stand von 1:2 feuerte sich Zverev laut selbst an: «Let's go!» 

Doch Sinner nutzte schließlich seine sechste Breakchance und holte sich verdient den ersten Satz, weil er bei den meisten lĂ€ngeren Ballwechseln der Sieger war. Zverev machte vor allem mit der Vorhand zu viele Fehler, die LĂ€nge in seinen SchlĂ€gen passte oft nicht. Auch einige Stopps und Volleys misslangen. 

Sinners Griff an den Oberschenkel

Auch im zweiten Durchgang war Zverev zunĂ€chst mit der QualitĂ€t seiner SchlĂ€ge unzufrieden. Mehrmals deutete er einen Wurf seines SchlĂ€gers auf den Boden an. Sinner, der wĂ€hrend des Turniers mit körperlichen Problemen zu kĂ€mpfen hatte, musste aber beim Stand von 3:4 eine Schrecksekunde ĂŒberstehen: Nach einem langen Ausfallschritt griff er sich mit der Hand an den hinteren linken Oberschenkel. 

Danach bewegte sich der Italiener zunĂ€chst nicht mehr ganz so rund. Zverev witterte nun seine Chance und spielte etwas risikofreudiger. Im verlorenen Tiebreak hatte der Deutsche großes Pech, als er durch einen Netzroller zum 4:5 entscheidend ins Hintertreffen geriet. Auf der Bank ließ er dann seinen Frust raus, indem er den SchlĂ€ger auf seine Tasche drosch.

Turniersieger im April beim Internationalen Sportgerichtshof

Auch im dritten Satz war Sinner in den entscheidenden Situationen besser. Nach einem geschafften Break enteilte er dem Deutschen, der bis zum Schluss keine einzige Breakchance bekam. Der Weltranglistenerste verwandelte nach 2:42 Stunden seinen ersten Matchball.

«Es ist erstaunlich, wie Jannik Sinner diese NebengerÀusche kaltlassen», sagte Eurosport-Experte Becker. Sinner wird von einem Doping-Schatten begleitet. Ihm droht durch die Verhandlung vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas im April wegen seines Freispruchs nach zwei positiven Doping-Test nach wie vor eine Sperre von bis zu zwei Jahren.

@ dpa.de