Gesellschaft, Ursachen

Auf dem Weg in die sÀkulare Gesellschaft / fowid-Tagung zu den Ursachen und Folgen der SÀkularisierung

01.09.2025 - 12:11:31

Berlin - In den letzten 20 Jahren haben sich die weltanschaulichen VerhĂ€ltnisse rasant verĂ€ndert: Deutschland gilt inzwischen als "sĂ€kulares Land". Doch was heißt das - und was folgt daraus? Hiermit beschĂ€ftigt sich eine hochkarĂ€tig besetzte Tagung, die anlĂ€sslich des 20-jĂ€hrigen Bestehens der "Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland" (fowid) am 25. Oktober in der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin stattfindet.

100 Jahre lang (von 1871 bis 1971) waren ĂŒber 90 Prozent der Deutschen Kirchenmitglieder. Danach setzte ein immer stĂ€rker werdender SĂ€kularisierungstrend ein. Inzwischen leben hierzulande mehr konfessionsfreie Menschen (47 Prozent) als Katholiken und Protestanten zusammengenommen (45 Prozent). Und auch die Glaubenspraxis der verbliebenen Religionsmitglieder hat deutlich abgenommen: So besuchen nur noch 5 Prozent der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger regelmĂ€ĂŸig (mindestens einmal im Monat) Gottesdienste, 95 Prozent bleiben religiösen Zeremonien in Kirchen, Moscheen oder Synagogen fern.

Die "Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland" (fowid), die 2005 von der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) unter Leitung des Sozialwissenschaftlers und Buchautors Carsten Frerk gegrĂŒndet wurde, hat die zunehmende Religionsferne der deutschen Bevölkerung schon frĂŒh prognostiziert und analysiert. Anfangs wurde diese EinschĂ€tzung noch angezweifelt, inzwischen jedoch wird der Befund auch von kirchlichen Instituten bestĂ€tigt, wie etwa die "6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung" (KMU 6) gezeigt hat.

Ursachen und Folgen der SĂ€kularisierung

Die empirischen Daten sprechen eine deutliche Sprache, doch welche Ursachen hat der Prozess der SĂ€kularisierung, der vor allem in Deutschland und Westeuropa massiv vorangeschritten ist? Und welche Folgen sind mit ihm verbunden? Sind die deutschen Kirchen tatsĂ€chlich "absterbende Kulturerscheinungen", wie es gbs-Vorstand Michael Schmidt-Salomon einmal provokativ formuliert hat? Oder fĂŒhrt die Re-Sakralisierung der Politik, die u.a. in Russland und in den USA betrieben wird, zu einem Wiedererstarken der Religion? Welche Auswirkungen hat es in Politik und Gesellschaft, wenn der ĂŒberwiegende Teil der Bevölkerung nicht mehr religiös gebunden ist? Wie wird sich das VerhĂ€ltnis von Staat und Kirchen verĂ€ndern?

Diese und andere Fragen werden auf der fowid-Tagung von renommierten Expertinnen und Experten erörtert, die teils religiös gebunden, teils konfessionsfrei sind. Vorgesehen sind Referate von Prof. Dr. Heiner Bielefeldt (Theologe, Rechtsphilosoph und Historiker, ehem. Sonderberichterstatter fĂŒr Religions- und Weltanschauungsfreiheit des UN-Menschenrechtsrats), Dr. Carsten Frerk (Leiter der "Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland"), Prof. Dr. Ansgar Hense (Direktor des Instituts fĂŒr Staatskirchenrecht der Diözesen Deutschlands), Dr. Jaqueline Neumann (GrĂŒndungsdirektorin des "Instituts fĂŒr Weltanschauungsrecht"), Prof. Dr. Detlef Pollack (Seniorprofessor fĂŒr Religionssoziologie an der UniversitĂ€t MĂŒnster, Autor der Standardwerks "Religion in der Moderne") sowie Dr. Edgar Wunder (Koordinator der "6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung" am Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD).

Über die politischen Konsequenzen der SĂ€kularisierung diskutieren anschließend PrĂ€latin Dr. Anne Gidion (EKD, angefragt), Kathrin Michel MdB, Ingrid MatthĂ€us-Maier (SPD), Philipp Möller (Zentralrat der Konfessionsfreien), Bodo Ramelow MdB (Videobotschaft) sowie Ali Ertan Toprak (CDU). Die Moderation der Tagung ĂŒbernehmen Dr. Dr. h.c. Michael Schmidt-Salomon und Prof. Dr. Ulla Wessels (Giordano-Bruno-Stiftung).

Alle Interessierten sind herzlich zur Tagung eingeladen! Die Teilnahme inkl. Catering (Mittagsimbiss, Kaffee und Kuchen) ist kostenlos, eine Anmeldung ĂŒber die Tagungswebsite fowid-tagung.de jedoch erforderlich. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Programmflyerbzw. der Tagungs-Website.

Pressekontakt:

Elke Held / Dr. Dr. h.c. Michael Schmidt-Salomon,
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