Zugstrecke, Berlin-Hamburg

Zugstrecke Berlin-Hamburg mehrere Monate gesperrt

16.08.2024 - 08:01:03 | dpa.de

Auf der Bahnverbindung der beiden grĂ¶ĂŸten deutschen StĂ€dte wird von Freitag an gebaut. FĂŒr FahrgĂ€ste ist es die erste von zwei langen Sperrungen. Eine andere Baustelle ist schon geschlossen.

Ab Freitag gesperrt: Auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin soll vier Monate lang gebaut werden (Archivfoto).  - Foto: Soeren Stache/dpa
Ab Freitag gesperrt: Auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin soll vier Monate lang gebaut werden (Archivfoto). - Foto: Soeren Stache/dpa

Die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg ist eine der meistbefahrenen im Land. Rund 30.000 FahrgĂ€ste sind jeden Tag zwischen der Haupt- und der Hansestadt auf der Schiene unterwegs. Doch die Infrastruktur ist veraltet und soll umfassend saniert werden. DafĂŒr wird die Verbindung zweimal fĂŒr mehrere Monate unterbrochen. Die erste Sperrung beginnt an diesem Freitag. Was FahrgĂ€ste nun wissen mĂŒssen. 

Wie lange ist die Strecke gesperrt? 

Die Bauarbeiten sollen von diesem Freitag bis zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember dauern. Rund vier Monate kommt es damit zu erheblichen EinschrĂ€nkungen im Fern- und Regionalverkehr. «Unter anderem werden mehr als 74 Kilometer Gleise und 100 Weichen zwischen Wittenberge und Ludwigslust sowie zwischen Hamburg und BĂŒchen und rund um Hagenow Land erneuert», teilte die Bahn mit. 

Was fÀhrt wÀhrend der Sperrung? 

Die FernzĂŒge werden westlich ĂŒber Stendal, Salzwedel, Uelzen und LĂŒneburg umgeleitet. Die Fahrzeit verlĂ€ngert sich damit um 45 Minuten. Weil diese Strecke zum Teil nur eingleisig befahrbar ist, fĂ€hrt pro Stunde dann nur ein Fernzug zwischen den beiden grĂ¶ĂŸten deutschen StĂ€dten statt wie bisher zwei. FĂŒr Pendler zwischen Hamburg und Wittenberge wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, der auch ĂŒber Ludwigslust fĂŒhrt. Die Verbindungen sind bereits in den Online-FahrplĂ€nen eingearbeitet und können abgerufen werden. 

Gibt es weitere EinschrÀnkungen? 

Ja. Ebenfalls ab Freitag wird auch zwischen Hamburg und Schwerin gebaut - bis zum 29. September. In dieser Zeit fahren dort keine ICE-ZĂŒge. Es gibt eine direkte Verbindung mit Ersatzbussen. Zudem fĂ€hrt pro Tag ein Intercity ĂŒber LĂŒbeck.

Eine andere wichtige Schnellfahrtstrecke dagegen ist nun wieder frei: FĂŒr Reisende zwischen Köln und Frankfurt gibt es keine EinschrĂ€nkungen mehr. Sie mussten wegen Bauarbeiten knapp vier Wochen lang mit Umleitungen zurechtkommen. Die Gleise und Weichen entlang der Strecke wurden erneuert. «Wir sind pĂŒnktlich fertig», sagte der Chef des Bahn-Infrastrukturunternehmens DB InfraGO, Philipp Nagl, laut Mitteilung der Bahn. Demnach rollen alle ICE wieder uneingeschrĂ€nkt. Die Haltepunkte in Siegburg/Bonn, Montabaur und Limburg SĂŒd fĂ€hrt die Bahn jetzt wieder an.

Ist das schon die Generalsanierung? 

Nein. Mit der Generalsanierung bezeichnet die Bahn die umfassende Modernisierung von mehr als 40 vielbefahrenen Schienenkorridoren in Deutschland. Der Konzern und der Bund wollen auf diese Weise das veraltete Streckennetz zumindest zwischen den wichtigen Knotenpunkten nach und nach wieder fit machen und die ZuverlÀssigkeit des Bahnverkehrs steigern.

Die Sanierung des ersten Korridors auf der sogenannten Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim lĂ€uft bereits seit etwa einem Monat. Im kommenden Jahr ist dann vor allem die fĂŒr den GĂŒterverkehr wichtige Strecke Emmerich-Oberhausen dran sowie erneut die Strecke Hamburg-Berlin. 

Von August 2025 bis April 2026 gibt es deshalb eine weitere Sperrung zwischen der Hanse- und der Hauptstadt. Gleise, Weichen, Oberleitungen, Leit- und Sicherungstechnik - alles soll wĂ€hrend dieser fast neun Monate erneuert werden. DafĂŒr soll die Strecke danach ĂŒber Jahre hinweg baufrei bleiben und die ZĂŒge dort zuverlĂ€ssiger fahren können als bisher. 

Warum erledigt die Bahn die Arbeiten nicht gleichzeitig und sperrt nur einmal?

Weil die Strecke so alt ist, dass einige Arbeiten nicht mehr warten können. «Die Bauarbeiten im Jahr 2024 sind notwendig, damit ZĂŒge auch weiterhin mit voller Geschwindigkeit fahren können und es weniger Störungen an der Infrastruktur gibt», heißt es in einer PrĂ€sentation der Deutschen Bahn. Der Konzern habe intensiv geprĂŒft, ob die Baumaßnahmen nicht mit der Generalsanierung gebĂŒndelt werden können. Es mĂŒssen aber auch gesetzliche Fristen zur Instandhaltung eingehalten werden, was eine Verschiebung nach hinten unmöglich gemacht habe.

Warum setzt die Bahn auf Generalsanierungen? 

Die Deutsche Bahn ist so unpĂŒnktlich unterwegs wie seit vielen Jahren nicht. Im ersten Halbjahr 2024 kam nahezu jeder dritte Fernzug zu spĂ€t. Der Konzern fĂŒhrt das vor allem auf die marode Infrastruktur zurĂŒck, in die seit Jahrzehnten zu wenig investiert wurde. Das will der Bund nun mit Milliardensummen nachholen. Mit jedem sanierten Hauptkorridor soll sich die ZuverlĂ€ssigkeit im gesamten Bahnnetz nach und nach verbessern. 

FĂŒr FahrgĂ€ste bedeutet das zunĂ€chst zusĂ€tzliche Belastungen durch die baubedingten Sperrungen. Bis es spĂŒrbar besser wird, dĂŒrften zudem noch einige Jahre vergehen.

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