Heizungsgesetz, Markus Söder

Kundgebung: Söder attackiert Bundesregierung

10.06.2023 - 11:45:07

Auf einer Kundgebung wettert Söder gegen das Heizungsgesetz der Bundesregierung - und insbesondere gegen die GrĂŒnen. Von AfD-AnhĂ€ngern wird er ausgebuht.

Mehrere Tausend Menschen haben in Erding bei MĂŒnchen gegen das von der Bundesregierung geplante Heizungsgesetz demonstriert. Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) nutzte die Kundgebung als einer der Hauptredner zu Attacken auf die Ampel-Parteien - wurde allerdings zu Beginn seiner Rede selber heftig ausgebuht, offenkundig unter anderem von AfD-AnhĂ€ngern.

«Die bĂŒrgerliche Mitte hat nichts mit AfD, hat nichts mit Anti-Demokraten zu tun», rief Söder diesen zu. Die Kabarettistin Monika Gruber, die die Kundgebung mit organisiert und offenbar maßgeblich fĂŒr den großen Zulauf gesorgt hatte, musste zu Beginn mehrfach um Ruhe bitten.

Man sage Ja zum Klimaschutz, «aber Nein zu diesem Heizungsgesetz», sagte Söder. Klimaschutz mĂŒsse gemeinsam mit den BĂŒrgern vorangetrieben werden und nicht gegen sie. Der CSU-Chef attackierte mehrfach insbesondere die GrĂŒnen, er wandte sich strikt gegen eine vermeintliche «zwanghafte Veganisierung» und «zwanghaftes Gendern».

Die Polizei sprach am Vormittag zunÀchst von mehreren Tausend Teilnehmern, Gruber von 6000 bis 8000 Menschen.

Heizungsgesetz bleibt umstritten

Als Redner wurden auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie WĂ€hler) und FDP-Landeschef Martin Hagen erwartet. Zudem unterstĂŒtzen mehrere VerbĂ€nde die Kundgebung. Die AfD wollte auch einen Redner schicken, was ihr nach eigenen Angaben aber verwehrt wurde - nun lud sie parallel zu einer eigenen, kleinen Kundgebung in direkter NĂ€he.

Die Bundesregierung will mit dem GebĂ€udeenergiegesetz schon nĂ€chstes Jahr endgĂŒltig den Abschied von Öl- und Gasheizungen einlĂ€uten. Nach dem Gesetzentwurf der Ampel soll von 2024 an möglichst jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Staatliche Förderung soll den Umstieg sozial abfedern, außerdem soll es Übergangsfristen und HĂ€rtefallregelungen geben.

Das Heizungsgesetz ist innerhalb der Koalition aber nach wie vor umstritten. Die FDP fordert noch grundsÀtzliche Nachbesserungen an dem vom Bundeskabinett bereits beschlossenen Gesetzentwurf. Kanzler Olaf Scholz (SPD) rechnet nach Worten von Regierungssprecher Steffen Hebestreit vom Freitag aber mit einer schnellen Lösung und mit der Einbringung des Gesetzes in den Bundestag in der kommenden Woche.

@ dpa.de