BĂ€ume statt Bohrturm: Greenpeace-Protest gegen Erdgasbohrung
08.08.2024 - 07:39:10"BÀume statt Bohrturm, ein richtiger Wald statt klimaschÀdliches Gas", sagte Saskia Reinbeck. Dabei entrollten sie auch Transparente mit einem durchgestrichenen Bohrturm und dem Slogan "Kein neues Gas".
Konkret adressierten sie die Forderung an Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie WĂ€hler). Dieser mĂŒsse "endlich verstehen, dass wir keine Erdgasquellen mehr anzapfen dĂŒrfen - weder hier noch sonst wo", betonte Reinbeck.
40 Meter hoher Bohrturm geplant
Auf dem GelĂ€nde in der Gemeinde Reichling (Landkreis Landsberg am Lech) will die Firma Genexco mutmaĂlich schon im September einen rund 40 Meter hohen Bohrturm errichten und mit den Probebohrungen nach Erdgas beginnen. Das Unternehmen vermutet in rund 3000 Meter Tiefe unter dem Areal Gasvorkommen, deren Förderung sich aufgrund der gestiegenen Preise lohnen. In den 1980er Jahren war die Förderung noch wegen fehlender Wirtschaftlichkeit ausgeblieben.
Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen bereits BĂ€ume am BohrgelĂ€nde gefĂ€llt, in den kommenden Wochen soll es nun gerodet und fĂŒr die Arbeiten vorbereitet werden. Am 26. Juni 2024 hatte das dem bayerischen Wirtschaftsministerium unterstellte Bergamt SĂŒdbayern der Firma die Probebohrung genehmigt. Laut Greenpeace vermutet das Unternehmen dort bis zu 500 Millionen Kubikmeter Erdgas, was in etwa vier Prozent des jĂ€hrlichen Erdgasverbrauchs von Bayern entspricht. Die Genehmigung fĂŒr die Förderung steht aber noch aus.
UmweltschĂŒtzer fordern sofortigen Stopp
"Die Erdgasbohrung soll trotz der immer schneller voranschreitenden Erderhitzung und gegen den Willen der Menschen vor Ort durchgedrĂŒckt werden. Das ist absolut unverantwortlich", sagte Reinbeck. Die Aktivisten forderten, "dieses natur- und klimaschĂ€dliche Vorhaben sofort zu stoppen".
Der Bohrplatz liegt nicht weit entfernt von WohnhĂ€usern und rund 150 Meter von einem europĂ€ischen Schutzgebiet fĂŒr Tiere und Pflanzen entfernt in der NĂ€he der Trinkwasserquellen der Gemeinde.
In den vergangenen Wochen hatte es in der Gemeinde zunehmend Kritik an dem Projekt gegeben. Neben UmweltschĂŒtzern und der "BĂŒrgerinitiative Reichling Ludenhausen - gegen die Ausbeutung unserer Heimat" kamen auch aus der Kommunalpolitik Forderungen nach einem Verzicht auf die Förderung. Im Raum stehen seitens der Gegner auch rechtliche Schritte gegen den Bescheid des Bergamts.

