Mediziner, ZustÀnden

Mediziner berichten von grausigen ZustÀnden in Gaza-KrankenhÀusern

05.01.2024 - 11:50:53

AuslÀndische Hilfsorganisationen haben von grausigen ZustÀnden in den wenigen noch im Gazastreifen arbeitenden KrankenhÀusern berichtet.

"Wir sehen Verletzungen, die ĂŒberwiegend durch Explosionen und Splitter verursacht wurden", wird der Leitende Chirurg des UniversitĂ€tskrankenhauses Oxford und Klinischer Leiter des Medizinischen Notfallteams, Nick Maynard, in einer Mitteilung der privaten Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) mit Hauptsitz in New York vom Freitag zitiert. "Viele Erwachsene, Kinder und Babys werden mit traumatischen Amputationen von Armen und Beinen eingeliefert. Wir haben kleine Kinder mit den furchtbarsten Verbrennungen im Gesicht gesehen", fĂŒgte Maynard hinzu.

Flure, TreppenhÀuser, Empfangsbereiche, Stationen - auf jedem Quadratzentimeter des Krankenhauses lÀgen Patienten auf dem Boden, sagte er. Viele seien zudem schwer unterernÀhrt.

Ein erstes Medizinisches Notfallteam von Medical Aid for Palestinians (MAP/Großbritannien) und International Rescue Committee (IRC) seien inzwischen in einem Krankenhaus im Gazastreifen im Einsatz, um die vielen Opfer israelischer Bombardierungen zu versorgen, berichtete IRC weiter. "Die Szenen in Gaza sind erschĂŒtternd. Schon in den ersten Stunden im Krankenhaus behandelte ich einen etwa einjĂ€hrigen Jungen, der bei der Bombardierung seinen rechten Arm und sein rechtes Bein verloren hatte - auf dem Boden, da keine Tragen zur VerfĂŒgung standen", berichtete die KinderĂ€rztin Seema Jilani von IRC. "Waisenkinder und Babys kommen mit schweren Verbrennungen an, stehen unter Schock, zittern vor Angst und leben kaum noch. Mein Herz bricht fĂŒr die Kinder in Gaza", sagte die Frau.

Nach Angaben der von der islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seit Kriegsbeginn am 7. Oktober mehr als 57 600 Menschen im Gazastreifen verletzt. Die Zahl der Toten wurde mit mehr als 22 400 angegeben. Beim Kampf der israelischen Armee gegen die Hamas wurden zudem immense SchĂ€den an WohngebĂ€uden sowie der zivilen Infrastruktur wie etwa KrankenhĂ€user angerichtet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte kurz nach Weihnachten mit, es seien nur noch 13 der ursprĂŒnglich 36 KrankenhĂ€user teilweise funktionsfĂ€hig. Sei seien völlig ĂŒberbelegt und es fehle ihnen an Treibstoff, Medikamenten, Narkosemitteln, Lebensmitteln und Trinkwasser.

Neben den Medizinischen Notfallteams wĂŒrden MAP und IRC zusammenarbeiten, um die KrankenhĂ€user in Gaza ĂŒber den Rafah-GrenzĂŒbergang aus Ägypten mit lebenswichtigen medizinischen GĂŒtern zu versorgen. Am 29. Dezember hĂ€tten vier Lastwagen mit Medikamenten und anderen HilfsgĂŒtern den Gazastreifen erreicht. Das Material sei an KrankenhĂ€user im sĂŒdlichen und mittleren Gazastreifen verteilt worden.

Auslöser des Krieges war das Massaker am 7. Oktober, das Terroristen der Hamas und anderer Gruppen in Israel verĂŒbt hatten. Dabei wurden rund 1200 Menschen getötet.

@ dpa.de