Bundesliga, Bayer Leverkusen

Sorge um Grimaldo ĂŒberschattet Bayer-Sieg gegen Union Berlin

04.10.2025 - 17:35:56

Bayer Leverkusen gewinnt verdient gegen Union Berlin. Doch die Freude wird durch eine Schrecksekunde um Alejandro Grimaldo getrĂŒbt. Der KapitĂ€n muss vor der Pause blutend vom Platz.

Die Sorge um Spielmacher Alejandro Grimaldo hat den verdienten Heimsieg von Bayer Leverkusen ĂŒberschattet. Beim 2:0 (1:0) gegen Union Berlin prallte der Spanier kurz vor der Pause im Strafraum unglĂŒcklich mit seinem eigenen Mitspieler Christian Kofane zusammen, blutete am Kopf und musste benommen mit einer Trage vom Platz gebracht werden.

«Er war kurz weg und hat eine Wunde am Kopf, die jetzt genĂ€ht wird», sagte Leverkusens Direktor Lizenz, Thomas Eichin, in der Halbzeitpause beim Pay-TV-Sender Sky. Die Tore fĂŒr die Werkself - die zuletzt bereits die Verletzungen einiger LeistungstrĂ€ger verkraften mussten - erzielten vor 30.210 Zuschauern im ausverkauften Leverkusener Stadion Ernest Poku (33. Minute) und der erst 19 Jahre alte Kofane (49.). 

Im Vergleich zum Champions-League-Spiel gegen PSV Eindhoven (1:1) nahm Bayer-Trainer Kaspar Hjulmand eine Änderung in seiner Startelf vor: Axel Tape, der sich unter der Woche in der Partie verletzt hatte, wurde durch den wieder fitten Lucas VĂĄzquez ersetzt. Bei Union rĂŒckten AndrĂĄs SchĂ€fer und Wooyeong Jeong fĂŒr Janik Haberer und Ilyas Ansah in die Anfangsformation.

Chancen auf beiden Seiten 

«Die Werkself hat trotz des Umbruchs individuell enorme QualitÀt und wird sich als Team weiter stabilisieren», hatte Union-Trainer Steffen Baumgart vor dem Spiel betont. Beim ersten Aufeinandertreffen beider Vereine in der 2. Runde des DFB-Pokals 2003 hatte der heute 53-JÀhrige noch selbst als Spieler in der Startelf der Eisernen gestanden und durfte nach seiner Sperre wegen unsportlichen Verhaltens nun wieder an der Seitenlinie Platz nehmen.

Trotz der Vorschusslorbeeren vom GĂ€ste-Coach tat sich Bayer – wie schon zuletzt – zunĂ€chst schwer. Zwar hatte Leverkusen viel Ballbesitz und versuchte, das Tempo hochzuhalten, doch gegen kompakt stehende Berliner fehlten im letzten Drittel oft die Ideen. Die erste große Chance gehörte Union: Jeong kam frei aus rund 15 Metern zum Abschluss, doch Mark Flekken parierte stark (10.). Auch danach setzten die GĂ€ste immer wieder Nadelstiche. 

Auf der Gegenseite hatten Malik Tilmann aus spitzem Winkel per Kopf (14.) und Alejandro Grimaldo aus der Distanz (18.) zunĂ€chst die aussichtsreichsten Chancen, doch Frederik Rönnow parierte jeweils. Wenig spĂ€ter hatte der Union-Keeper dann aber keine Chance, als Poku nach einem Querpass von Aleix Garcia, der zuvor von VĂĄzquez bedient worden war, unbedrĂ€ngt vom Elfmeterpunkt traf und Bayer jubeln ließ. 

2:0 nach Union-Fehler 

FĂŒr eine kuriose Szene hatte kurz vor dem Treffer Loic BadĂ© gesorgt. Eine unter seinem Trikot an der HĂŒfte befestigte Bandage hatte sich gelöst und flatterte seitlich umher. Mit von der Seite zugeworfenem Verbandsmaterial versuchte der Verteidiger im laufenden Spiel das Problem selbst zu beheben. Doch der Schiedsrichter schickte ihn schließlich zur Behebung vom Platz.

Kurz vor der Pause musste Leverkusen dann den Schock um Grimaldo verdauen. Die Situation wurde durch unschöne GesÀnge aus dem Union-Fanblock begleitet, die erst durch das Eingreifen von Trainer Baumgart beruhigt werden konnten. Die Leverkusener AnhÀnger quittierten die GesÀnge auf der Gegenseite mit Buhrufen, was die Stimmung deutlich aufheizte. 

Nach der Pause baute Leverkusen seine FĂŒhrung dank eines Fehlers der GĂ€ste aus: Doekhi spielte den Ball nach einem Einwurf zurĂŒck zum eigenen Torwart. Rönnow passte unbedrĂ€ngt auf den anlaufenden Kofane, der zum 2:0 einschob. Mehrere Chancen alles klarzumachen ließ Bayer dann ungenutzt: Garcia stand bei seinem Tor nach einem schnellen Konter (53.) im Abseits, der fĂŒr Grimaldo eingewechselte Ibrahim Maza verpasste gleich zweimal (57. und 60.). Malik Tillmann scheitere zentral am reflexartig parierenden Rönnow (85.). Und auch der eingewechselte Jonas Hofmann traf in der Nachspielzeit nur ĂŒber das Tor.

@ dpa.de