Leverkusener, Last-Minute-Wahnsinn

Schon wieder Leverkusener Last-Minute-Wahnsinn

23.08.2024 - 22:35:45

Bayer Leverkusen ist schon frĂŒh wieder im Rhythmus. Im Auftaktspiel der Bundesliga lĂ€sst die Werkself Borussia Mönchengladbach nur wenig Raum - und zeigt erneut die alte StĂ€rke.

Wieder ein enorm spĂ€ter Treffer hat Meister Bayer Leverkusen den perfekten Start in die neue Saison gerettet. Nationalspieler Florian Wirtz traf am Freitagabend weit in der Nachspielzeit (90.+11) zum 3:2 (2:0)-Endstand bei Borussia Mönchengladbach. Es bleibt dabei: Das Team von Trainer Xabi Alonso ist in der Fußball-Bundesliga einfach nicht zu schlagen. Wirtz verwandelte den Nachschuss nach einem Foulelfmeter, mit dem er zunĂ€chst an Gladbach-Torwart Jonas Omlin gescheitert war.

«Ich hatte einfach Lust, das Spiel zu entscheiden. Ich weiß, dass es am Ende glĂŒcklich ist, aber ich will mich nicht beklagen. Wir sind froh, dass wir gewonnen haben», sagte Wirtz beim Streamingdienst DAZN. «Jeder hat Lust darauf, Spiele zu gewinnen und guten Fußball zu spielen.»

Granit Xhaka (12.) und Wirtz (38.) hatten Leverkusen zunĂ€chst mit 2:0 in FĂŒhrung gebracht. Nach Gegentoren von Nico Elvedi (59.) und Tim Kleindienst (85.) schien es zumindest mit dem Sieg fĂŒr den Double-Gewinner nichts mehr zu werden. Dann aber gelang Bayer vor 54.042 Zuschauern - wie so oft in der vergangenen Saison - ein entscheidendes Tor in der Schlussphase. «Wir haben es uns selber unnötig schwer gemacht», sagte Wirtz.

Die Leverkusener sind nun 35 Bundesligaspiele nacheinander unbesiegt, in allen nationalen Wettbewerben sogar in 42. FĂŒr die mit Zuversicht in die neue Spielzeit gestarteten Gladbacher war es hingegen ein erster DĂ€mpfer. Wegen einiger Rauchbomben musste das Spiel nach der Pause fĂŒr etwa fĂŒnf Minuten unterbrochen werden.

Bayer ohne NeuzugÀnge in der Startelf

Die Vergangenheit sei vorbei, hatte Bayer-Coach Xabi Alonso noch am Donnerstag betont. Am Spieltag prĂ€sentierte er dann seine Meisterelf ohne NeuzugĂ€nge und wieder mit Lukas Hradecky sowie den beiden Ex-Gladbachern Xhaka und Jonas Hofmann. Auch Nationalspieler Jonathan Tah stand auf dem Platz und fungierte als Abwehrchef. Ob sein Wechsel zum FC Bayern MĂŒnchen noch zustande kommt, ist Ă€ußerst fraglich. Die drei Neuverpflichtungen Martin Terrier, Aleix Garcia und Jeanuel Belocian blieben allesamt auf der Bank. 

Die Gladbacher, deren AnhĂ€nger wie schon vor zwei Jahren mit einem Fanmarsch in Weiß von der Innenstadt bis zum Stadion den Saisonstart gefeiert hatten, verzichteten auf ihren Mittelfeldspieler Manu KonĂ©, der möglicherweise noch in dieser Transferperiode wechselt. Borussias Chefcoach Gerardo Seoane, VorgĂ€nger von Alonso in Leverkusen, berief in Kevin Stöger und Tim Kleindienst zwei neue Spieler in die Startelf.

Verhaltener Jubel nach Traumtor von Xhaka

In der von Beginn an sehr intensiven Partie zeigten die GĂ€ste wie erwartet die reifere Spielanlage und dominierten das Spiel. Die frĂŒhe 1:0-FĂŒhrung durch Xhaka entstand allerdings eher zufĂ€llig, als der Schweizer nach Vorarbeit von Jeremie Frimpong mit einer Direktabnahme aus knapp 20 Metern in den Torwinkel traf. Der 31-JĂ€hrige, der vier Jahre bei Borussia gespielt hatte, jubelte nach seinem Traumtor nur verhalten. Sechs Minuten spĂ€ter rappelte krĂ€ftig am Gladbacher TorgebĂ€lk, als Victor Boniface bei einem Gegenangriff nur die Querlatte traf.

Danach wurden die Gastgeber ein wenig mutiger und hatten durch Kleindienst auch eine erste gute Torgelegenheit, doch schon im Gegenzug fiel der zweite Gegentreffer, der wieder von Frimpong eingeleitet und einem Linksschuss in die kurze Ecke von Nationalspieler Wirtz vollendet wurde. Ein Treffer von Kleindienst wurde anschließend nach Videocheck nicht anerkannt.

Die Gladbacher kamen dann aber doch noch zurĂŒck - zunĂ€chst mit dem Anschlusstreffer durch Elvedi, der nach Kopfballvorlager von Ko Itakura zum 1:2 traf und die Partie damit offener gestalten konnte. Kleindienst ließ die Borussia-Fans dann erneut jubeln. Es begann eine spannende Schlussphase mit extrem langer Nachspielzeit - und dem glĂŒcklichen Ende fĂŒr Bayer.

@ dpa.de