Bayerns Gesundheitsminister attackiert Lauterbach
07.10.2023 - 00:02:57"Die Aufteilung, wonach das neue Institut fĂŒr die PrĂ€vention und das Robert-Koch-Institut (RKI) nur noch fĂŒr die Infektionskrankheiten zustĂ€ndig ist, untergrĂ€bt die Notwendigkeit, die Gesundheit von Menschen und Tieren sowie die Umwelt zusammen zu betrachten", sagte Holetschek dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Dazu gehöre auch, Infektionskrankheiten und nichtĂŒbertragbare Erkrankungen im Kontext zu sehen, mahnte der Minister.
Dieser international verfolgte "One-Health-Ansatz" sei essentiell, um die globale Gesundheit zu verbessern. Zu befĂŒrchten seien am Ende neue Schnittstellen und mehr BĂŒrokratie, wodurch fachliche Abstimmungen schwieriger wĂŒrden. Gleichzeitig werde das "bewĂ€hrte und renommierte" RKI gestutzt, beklagte Holetschek. Unklar bleibe auch, ob der Bund genĂŒgend finanzielle Mittel fĂŒr das neue Institut bereitstellen könne. Holetschek betonte, er halte es grundsĂ€tzlich fĂŒr richtig, die PrĂ€vention zu stĂ€rken. Doch auch dieser Ansatz von Lauterbach sei nicht durchdacht. "GrundsĂ€tzlich kommt mir der Zuschnitt des neuen PrĂ€ventions-Instituts auf Krebs, Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu kurz gegriffen vor", sagte der CSU-Politiker. PrĂ€vention umfasse weit mehr, zum Beispiel auch Kindergesundheit oder die Anpassung an den Klimawandel. Er vermisse zudem die SuchtprĂ€vention. "Es ist nicht sinnvoll, dass Herr Lauterbach einerseits ein neues Bundesinstitut fĂŒr PrĂ€vention grĂŒnden und andererseits die Mittel fĂŒr SuchtprĂ€vention kĂŒnftig um vier Millionen Euro kĂŒrzen und zudem die Cannabis-Legalisierung vorantreiben will. Das passt nicht zusammen", beklagte er.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


