Steinmeier, Tansania

Steinmeier reist nach Tansania und Sambia

30.10.2023 - 08:55:21

Begleitet von einer Wirtschaftsdelegation reist der BundesprĂ€sident in gleich zwei afrikanische Staaten. Steinmeiers Themenliste fĂŒr die Reise ist lang.

BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier ist zu einer viertĂ€gigen Reise in das sĂŒdliche Afrika aufgebrochen. Er will zunĂ€chst Tansania und dann Sambia besuchen, um dort bestehende Partnerschaften auszubauen und neue zu knĂŒpfen. Dabei sollen auch Möglichkeiten fĂŒr eine intensivere wirtschaftliche Zusammenarbeit ausgelotet werden. Steinmeier wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Am tansanischen Regierungssitz Daressalam wird der BundesprĂ€sident mit PrĂ€sidentin Samia Suluhu Hassan zusammentreffen, die seit rund zweieinhalb Jahren im Amt ist. Er will sie ermutigen, den demokratischen Reformweg weiterzugehen, den sie in dem zuvor autokratisch regierten Land eingeschlagen hat. In Berlin wird zum Beispiel auf den verbesserten Umgang mit der Opposition sowie auf den Einsatz fĂŒr Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte verwiesen.

Steinmeier wird in dem ostafrikanischen Land auch mit einem dunklen Kapitel deutscher Geschichte konfrontiert werden, wenn er mit Nachfahren von Opfern des Maji-Maji-Krieges spricht. Dieser war mit bis zu 300.000 Toten einer der blutigsten Kolonialkriege ĂŒberhaupt. In dem von 1905 bis 1907 gefĂŒhrten Krieg lehnte sich die Bevölkerung gegen die UnterdrĂŒckung durch die deutsche Kolonialherrschaft auf.

Das heutige Tansania gehörte zur Kolonie Deutsch-Ostafrika, die von 1885 bis 1918 bestand. Sie umfasste außerdem die heutigen Staaten Burundi, Ruanda und einen kleinen Teil von Mosambik.

Premiere in Sambia

Die zweite Station der Reise, Sambia, ist Neuland fĂŒr einen BundesprĂ€sidenten. Noch nie hat ein deutsches Staatsoberhaupt das im SĂŒdwesten an Tansania angrenzende Binnenland besucht. Nach GesprĂ€chen mit StaatsprĂ€sident Hakainde Hichilema will sich Steinmeier am Sambesi-Fluss ĂŒber Natur- und Artenschutz sowie die auch hier zu spĂŒrenden Folgen des Klimawandels informieren.

Tansania ist von der FlĂ€che etwa zweieinhalbmal so groß wie Deutschland. Es hat nach Angaben der Weltbank rund 65 Millionen Einwohner, also deutlich weniger als Deutschland. Das Land gilt als politisch stabil, es hat eine der stĂ€rksten Volkswirtschaften im Subsahara-Raum. Dagegen musste Sambia 2020 seine ZahlungsunfĂ€higkeit erklĂ€ren. Es zĂ€hlt rund 20 Millionen Einwohner, was einem Viertel der Menschen in Deutschland entspricht. FlĂ€chenmĂ€ĂŸig ist Sambia aber doppelt so groß wie Deutschland.

In beiden Staaten gibt es auch fĂŒr Deutschland interessante Rohstoffe - Gold, Grafit und Nickel in Tansania, vor allem Kupfer in Sambia.

@ dpa.de