Krankenhausgesellschaft: Bis zu 20 Prozent weniger Kliniken
19.06.2023 - 02:34:13Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) erwartet die SchlieĂung von bis zu einem FĂŒnftel der Kliniken in Deutschland. «Auch wir als KrankenhĂ€user haben lĂ€ngst akzeptiert, dass wir Standorte zusammenlegen, umgestalten oder schlieĂen mĂŒssen», sagte DKG-Chef Gerald GaĂ dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Er gehe davon aus, dass es innerhalb von zehn Jahren bis zu 20 Prozent weniger Klinikstandorte geben wird als heute. Das sei eine realistische GröĂenordnung, um eine gute Balance zwischen wohnortnaher Versorgung und Spezialisierung zu erreichen, sagte GaĂ vor einem am Dienstag geplanten Protesttag der KrankenhĂ€user. Laut Statistischem Bundesamt gab es in Deutschland im Jahr 2021 rund 1900 Kliniken.
Gerade fĂŒr komplexere Eingriffe seien gröĂere Einheiten nötig. «Wir werden auf absehbare Zeit gar nicht mehr das Personal haben, die bisherigen Strukturen unverĂ€ndert aufrecht zu erhalten», argumentierte er. Deshalb teile die Klinikbranche grundsĂ€tzlich die Ziele der Krankenhausreform von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Nötig sei aber ein gut organisierter Transformationsprozess, mit gezielten Fusionen zu gröĂeren Einheiten und einem Umbau kleinerer Kliniken zum Beispiel in Gesundheitszentren, die sich um die Pflege und kleinere ambulante Eingriffe kĂŒmmerten.
Lauterbach plant, ĂŒber den Sommer einen Gesetzentwurf zu erstellen, damit die Krankenhausreform Anfang 2024 in Kraft treten kann. Im Blick stehen unter anderem einheitliche QualitĂ€tskriterien und Einstufungen des Kliniknetzes. AuĂerdem soll das VergĂŒtungssystem mit Pauschalen fĂŒr BehandlungsfĂ€lle geĂ€ndert werden, um Kliniken von wirtschaftlichem Druck zu immer mehr FĂ€llen auf Kosten der QualitĂ€t zu lösen. KĂŒnftig sollen sie eine gesicherte Finanzierung allein fĂŒr das Vorhalten bestimmter Leistungen bekommen.


